Grüne in den Saarbrücker Bezirksräten wollen Plastikflut eindämmen

Kostenpflichtiger Inhalt: Klimaschutz : Saarbrücker Grüne kämpfen gegen Plastikflut

Bezirksräte wollen Vereine finanziell unterstützen, die auf Einweg-Geschirr verzichten.

Im Jahr 2021 soll Schluss sein. Ab dann will die Europäische Union Plastikgeschirr, Einwegbesteck und Styropor-Boxen für Speisen verbieten. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission hatte das EU-Parlament im Oktober vergangenen Jahres zugestimmt. Geht es nach den Grünen in den Saarbrücker Bezirksräten, sollen Vereine bei ihren Veranstaltungen aber auch jetzt schon auf Einweggeschirr und Plastikbesteck verzichten. Saarbrücker Vereine, die auf Mehrweggeschirr umstellen, sollen finanzielle Unterstützung erhalten, heißt es in einem Antrag, den die Grünen aller vier Saarbrücker Bezirksräte in den jüngsten Sitzungen gestellt haben. Die Bezirksräte Mitte, West und Dudweiler haben dem Antrag bereits zugestimmt. Der Bezirksrat Halberg hat die Entscheidung vertagt.

Porzellangeschirr sei nicht nur umweltfreundlicher, es gebe so auch weniger Müll bei den Festen in Sarbrücken, sagt Yvonne Brück von den Grünen im Bezirksrat Halberg. „Wir wollen kein Verbot erteilen, sondern an die Vernunft der Menschen appellieren“, so Brück. Deshalb wollen die Grünen  Anreize in Form einer finanziellen Unterstützung schaffen. Doch wie genau diese Unterstützung aussieht, ist noch unklar. „Grundsätzlich könnten die Bezirksräte nun mit der Umsetzung des Beschlusses beginnen“, erklärt Michaela Kakuk von der Stadtpressestelle. Derzeit würden jedoch noch Kriterien erarbeitet, wie der Zuschuss für die Vereine letztlich aussehen soll.

Der Bezirksrat West habe zudem in dem Antrag noch eine Veränderung vorgenommen. Er wolle nicht nur selbst Vereine im Bezirk West bezuschussen, die bei ihren Veranstaltungen auf Einweggeschirr verzichten. Der Rat fordere die Verwaltung auch auf, einen neuen zusätzlichen Haushaltstitel einzurichten, der das umweltfreundliche Engagement von Vereinen und Verbänden unterstützt, erklärt Kakuk.

Stephan Schaeidt, 1 Vorsitzender beim ATSV Saarbrücken, mit 1700 Mitgliedern einer der größten Vereine in der Landeshauptstadt, befürwortet den Antrag der Grünen. Der ATSV nutze bei seinen Veranstaltungen grundsätzlich Mehrweggeschirr. Tassen und Teller besitze der Verein. Andere Dinge, etwa Suppenschüsseln, leihe sich der ATSV bei den Freiwilligen Feuerwehren in Saarbrücken.

Auch die Stadt versuche bei ihren Veranstaltungen grundsätzlich, Plastikmüll zu reduzieren, sagt Ingo Beckendorf, Mitarbeiter der Stadtpressestelle. Gastronomiebetreiber würden beispielsweise beim Altstadtfest darauf hingewiesen, für Geschirr und Besteck recycelbare Materialien zu nutzen. Lediglich vereinzelte Standbetreiber verwenden derzeit noch Plastikbecher, vor allem für die Ausgabe von Cocktails, sagt Beckendorf. Diese seien allerdings größtenteils im Pfandsystem wiederverwendbar.