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10 000-Euro-Spende
Großzügige Spende schenkt neue  Hoffnung

Max Volle freute sich über die 10 000 Euro-Spende.
Max Volle freute sich über die 10 000 Euro-Spende. FOTO: Heiko Lehmann
 Saarbrücken. Max Wolf kämpfte sich nach schwerem Sturz zurück ins Leben. Jetzt kann er die Fortschritte der Medizin nutzen.

An Ostern 2012 schlug beim damals 18-jährigen Max Wolf das Schicksal erbarmunglos zu. Der junge Frankfurter stürzte bei einem Kurzurlaub im Berner Oberland von einem Balkon sieben Meter in die Tiefe. Er brach sich zwei Wirbel und erlitt schwerste Kopfverletzungen. „Ich muss mich damit abfinden, dass ich nie wieder richtig laufen kann. Ich setzte mir kleine Ziele, die ich nach und nach erreichen möchte“, sagte der aufgeräumt und motiviert wirkende 23-Jährige am Sonntag im Hotel Leidinger in St. Johann. Der katholische Priester Rolf Dillschneider hatte zu dem Termin eingeladen.


Der Grund: Die von Rolf Dillschneider gegründete Beate-Manthey- Stiftung überreichte Max Wolf einen Scheck über 10 000 Euro. „Wir haben uns vor zehn Jahren auf die Fahne geschrieben, dass wir schwerstkranken Menschen helfen wollen. Das wollen wir nachhaltig tun, und deswegen sind wir heute hier“, sagte Dillschneider. Max war mit seiner Familie und Freunden zu dem Termin nach Saarbrücken gekommen und dankte allen Beteiligten, die diese Spende möglich gemacht haben. Er wohnt in Frankfurt in einer betreuten Einrichtung und kämpft täglich hart auf seinem Weg zurück in die Selbstständigkeit.

Den größten Gewinn an Lebensqualität nach dem Unfall erfuhr Max erst in diesem Jahr. Er ist probiert ein sogenanntes Exoskelett aus, eine der neuesten Entwicklungen der Forschung. Das Exoskelett schnallt sich Max um die Beine und kann dann mit Hilfe einer Stütze, ähnlich wie mit einem Rollator laufen. „Die nötigen Impulse gebe ich durch den Hüftbeuger. Es ist ein unglaubliches Gefühl, mit dem Exoskelett wieder laufen zu können. Meine Muskulatur ist wieder deutlich angewachsen, und auch in meinem Verdauungstrakt hat sich alles zum Positiven verändert“, erzählt Max mit strahlenden Augen von seinen Erfahrungen.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass die Krankenkassen hierzulande für das Exoskelett nichts bezahlen. „So ein Teil kostet 85 000 Euro. Die Krankenkassen sehen nur den Anschaffungspreis, das ist schade. Es passieren so viele tolle Sachen im Körper, die einen Großteil der ohnehin von den Kassen zu tragenden Kosten wieder minimieren würden“, sagt Max Wolf und gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich eines Tages jeder Querschnittsgelähmte wie er mit einem Exoskelett bewegen kann.

Der Schauspieler Harmut Volle ist der Vater von Max und zeigte im Hotel Leidinger voller Stolz ein Video vom Spaziergang seines Sohnes mit dem Exoskelett. „Das Verrückte ist, dass das Exoskelett ein Abfallprodukt der USA aus dem Irak-Krieg ist. Mit dem Skelett konnten die amerikanischen Soldaten das Vielfache ihres Körpergewichtes über extrem weite Distanzen tragen“, erzählt Harmut Volle, der wie sein Sohn hofft, dass die Krankenkassen das Exoskelett anerkennen.



Von großer Kritik an den Krankenkassen und an der Medizin in Deutschland sieht Volle ab. Im Gegenteil: „Die Menschen müssen sich bewusst werden, wie gut sie es in Deutschland haben, gerade was die Medizin angeht. So etwas gibt es in anderen Ländern überhaupt nicht. Ohne unser System, unsere Ärzte und deren Wissen, wäre Max heute wahrscheinlich nicht mehr am Leben“, so Hartmut Volle.