Zweckverband kauft barockes Denkmal

Die Förderzusage des Bundes – 1,25 Millionen Euro fürs Jagdschloss Karlsbrunn – bringt Schwung in ein Projekt, das lange still stand. Der historische Bau wird jetzt hergerichtet für Kultur und Gastronomie.

Die Neuigkeit aus Berlin erhellte politisch Aktiven im Warndt aufs Schönste den Donnerstag. 1,25 Millionen Euro Bundesförderung für die Sanierung des Karlsbrunner Jagdschlosses (wie bereits gemeldet) - "mit Freude" habe er die Nachricht vernommen, mailte Fred Schuler, CDU-Fraktionschef im Großrosseler Gemeinderat, an die Redaktion. Und lobte den "starken Einsatz einer starken Frau", nämlich der saarländischen CDU-Bundestagsabgeordneten Anette Hübinger , für die Belange der Warndt-Region.

Geradezu überschwängliche Freude habe die Förder-Zusage in der abendlichen Sitzung des Zweckverbandes Regionalentwicklung Warndt geweckt, berichtete Jörg Dreistadt (SPD ), Großrosseler Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzender, am Freitag im SZ-Gespräch. Sie habe dem Gremium eine Entscheidung sehr erleichtert: Jetzt, da die Sanierung des Jagdschlosses finanziell gesichert ist, hat der Zweckverband beschlossen, dem Land das Gebäude abzukaufen. 73 000 Euro (plus Nebenkosten) sind dafür zu berappen. Ein fairer Preis, meint Dreistadt: "Das ist der reine Grundstückswert", der denkmalgeschützte Bau wechsele umsonst den Eigentümer.

Der Bundeszuschuss ist auf zwei Jahre verteilt. 250 000 Euro gibt es 2016, eine Million fließt 2017 - wobei man schon im nächsten Jahr Aufträge vergeben dürfe, die dann aus der zweiten Tranche bezahlt werden. Schnell soll es jetzt gehen. Ein Architekt müsse gefunden werden, der erfahren sei im Umgang mit historischen Bauten, "vielleicht noch in diesem Jahr". 2016 soll dem Planen und ersten Auftragsvergaben gewidmet sein, das Folgejahr dem Bauen. Wobei eine Baumaßnahme eile: Den Torbogen, durch einen Lkw-Rempler beschädigt, müsse man dringlich sichern.

Für die künftige Nutzung des Schlösschens setzt der Zweckverband auf einen Mix aus Kultur und Gewerbe. Mit Blick auf spätere Betriebskosten sei es wichtig, "dass wieder Geld reinkommt" - konkret: Pacht von einem privaten Gastronomie-Betreiber. Der Südflügel könne zu einem Mehrzwecksaal werden, geeignet für kleinere Konzerte oder Hochzeitgesellschaft; etwa 40 Personen biete der Raum Platz. Und der Haupt-Bau? "Das Thema Hochzeit soll ja ohnehin größer werden", sagt Dreistadt, auch von der Gemeinde aus. So gebe es Überlegungen, passende Übernachtungsmöglichkeiten - "eine Hochzeits-Suite" - einzurichten. Die Pacht werde man ausschreiben müssen. Einen Interessenten gebe es bereits, nämlich Julian Blomann von der Saarbrücker Agentur Erlebnisraum, Betreiber des Sommer-Biergartens im Schlosshof.

Bei der Diskussion um einen neuen Karlsbrunner Versammlungsraum spiele das Schloss keine Rolle, sagt Dreistadt. Konflikte zwischen Vereins- und Gewerbe-Nutzung stünden sonst ins Haus. Und vor allem seien die Schloss-Räume für die Dorfgemeinschaft zu klein, "das wäre unfair gegenüber den Karlsbrunnern".

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