| 00:00 Uhr

Wer ist die Nummer Eins im Warndt?

Karlsbrunn. Für die Ortsnachbarn SV Karlsbrunn und SC Großrosseln lief die Saison in der Fußball-Verbandsliga durchwachsen. Beide liegen gleichauf im Tabellenmittelfeld jenseits von gut und böse. Im Warndt-Derby geht es an diesem Samstag um viel – ums Prestige. David Benedyczuk

Ihre Sportplätze liegen wenige Meter auseinander. Tabellarisch nehmen sich die Fußball-Verbandsligisten SV Karlsbrunn und SC Großrosseln vor dem Warndt-Derby an diesem Samstag um 14.30 Uhr nichts. Karlsbrunn schloss die Vorrunde mit acht Siegen und sieben Niederlagen als Tabellenachter ab. Großrosseln belegt mit gleicher Bilanz vor dem Spiel beim Lokalrivalen Platz zehn.

Bei zwölf Punkten Abstand zum Relegationsrang und acht Zählern zum möglichen Abstiegsplatz 13 liegen beide Clubs in der Tabelle im Niemandsland. Auf den Stellenwert des Derbys hat das keinen Einfluss. Es geht ums Prestige. "Dieses Spiel hat für uns eine sehr große Bedeutung", sagt Karlsbrunns Spielertrainer Manuel Haag. Sein Verein hatte in der jüngeren Vergangenheit in Duellen mit Großrosseln wenig zu bestellen.

Vorzeichen sprechen für den SC


Seit Karlsbrunns Wiederaufstieg 2013 verließ Großrosseln in vier von fünf Duellen als Sieger das Feld. Einzig im Heimspiel der vergangenen Saison konnte Karlsbrunn dem Rivalen beim 2:2 einen Punkt abtrotzen. Das Hinspiel in der laufenden Spielzeit gewann Großrosseln mit 2:0.

Trotz der schlechten Vorzeichen sieht Haag im Rückspiel gute Chancen, dem Nachbarn endlich ein Bein zu stellen: "Wir haben zwar zuletzt fast immer den Kürzeren gezogen. In dieser Saison bewegen wir uns aber mit Großrosseln auf Augenhöhe." Ob der 29-Jährige mitwirken kann, ist offen. Vor drei Wochen erlitt Haag bei der 1:3-Niederlage gegen den TuS Beaumarais einen Muskelfaserriss. Der Zeitpunkt war besonders ärgerlich, weil sich Karlsbrunns Spielertrainer da gerade in Topform befand. In den drei Partien zuvor hatte Haag sechsmal getroffen.

Für Großrosseln endete vor zwei Wochen mit der 0:4-Niederlage beim Tabellenzweiten FC Brotdorf eine Serie von fünf Siegen in Folge. Die Formschwankungen seiner Mannschaft in dieser Saison sind laut Trainer Micha Groß leicht zu erklären: "Wir hatten uns grundsätzlich mehr erwartet. Verletzungsprobleme haben aber dazu geführt, dass der Leistungsstand nicht derjenige ist, den wir uns gewünscht hätten. Dadurch fehlt der Mannschaft die nötige Konstanz."

Wiedersehen mit dem Ex-Verein

Das Derby gegen seinen Ex-Club Karlsbrunn ist für Groß "immer was Besonderes. In Karlsbrunn habe ich 1988 meine Aktivenkarriere begonnen, bin zwei Jahre geblieben und habe 2006 eine weitere Saison dort gespielt. Ich hatte in Karlsbrunn eine sehr schöne Zeit", sagt Großrosselns Trainer. Das gute Verhältnis dürfte an diesem Samstag aber wohl für 90 Minuten ruhen.