Was Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt 2019 noch vor hat

Er regiert noch bis 1. Oktober : Jörg Dreistadt geht in den Endspurt

Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt scheidet Ende September aus dem Amt und will noch einiges auf den Weg bringen. Dazu gehört das Konzept „Großrosseln 2030“.

Am 1. Oktober hat Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) sozusagen fertig. Dann endet nämlich, im Alter von 66 Jahren, seine vom Gesetz her bemessene Amtszeit. „Doch ein Bürgermeister wird eigentlich nie fertig. Es gilt, ständig begonnene Dinge voranzutreiben und neue Dinge anzuschieben“, sagt Jörg Dreistadt im SZ-Gespräch.

Das ist zum Beispiel ein Ortsentwicklungskozept für Großrosseln, das mit dem Arbeitstitel „Großrosseln 2030“ überschrieben ist. „Viele Geschäfte und viele Kunden auch von außerhalb sind schön, aber wir müssen auch den Ort so entwickeln, dass er sie aufnehmen kann“, sagt Dreistadt zur Ausgangssituation. Sein Ziel ist, „eine Planung anzustoßen, die mein Nachfolger, egal wie er heißt, dann Schritt für Schritt verwirklichen kann“. Und eine Voraussetzung ist für ihn bereits glasklar: „Bis 2030 müssen die Bahngleise im Ort weg sein. Sonst gibt es kein Konzept für Großrosseln.“

Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt. Foto: Rolf Ruppenthal. Foto: Ruppenthal

Doch es gibt auch Projekte, die ganz aktuell auf den Weg zu bringen sind. Dazu zählen der geplante Neubau des Kindergartens in Großrossel,. die Sanierung der Schule in St. Nikolaus, in der die Nachmittagsbetreuung für die Kinder untergebracht ist, mitsamt der Turnhalle. Die Reaktivierung der Robert-Schuman-Schule in Emmersweiler steht an. Hier will der Regionalverband eine Förderschule Geistige Entwicklung für rund 60 Kinder eröffnen. Die Mittel sind bereits im Haushalt des Regionalverbandes eingestellt. Im Februar soll die Planung bei einem Bürgergespräch vorgestellt werden. Die Baumaßnahmen sollen dann im Frühjahr beginnen, und die Schule soll im Sommer 2020 bezugsfertig sein.

Karlsbrunn wird weiter auf ein neues Dorfgemeinschaftshaus, Ersatzbau für die Rudolf-Voltz-Halle, warten müssen. „Wir hoffen nach wie vor, dass wir die nötigen Gelder kriegen“, sagt Dreistadt. Naßweiler, arg vom Bergbau gebeutelt, kann dagegen auf ein Ende bereits nahezu ewig währenden Baustellen hoffen. Mit dem Ausbau am Kirchberg soll die letzte Kanalbaumaßnahme „Ende 2019, also sozusagen zu Ablauf meiner Amtszeit“ (Dreistadt) abgeschlossen sein. Der Ortsteil mit seinen derzeit um die 650 Einwohnern zeigt sich auch sonst gut erholt. Zehn Baustellen in einem Neubaugebiet am Hirtengraben gingen laut Dreistadt „ruckzuck weg“, und die Neuansiedlung eines Lebensmittelmarktes scheint gesichert.

Der Sportplatz in Emmersweiler präsentiert sich in einem besonders tristen Zustand. Er soll jetzt saniert werden. Foto: rup

Kanalbaumaßnahmen und sonstige Tiefbauarbeiten wurden stets auch konsequent genutzt, um die Glasfaser-Versorgung in der Gemeinde voranzutreiben. Doch Dreistadt denkt auch an die Radfahrer. Er will auf ein Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums für innerörtliche Radweg-Verbindungen aufspringen. Im Großrosseler Ortskern scheint es ihm angesichts der Straßenverhältnisse für solche Vorhaben zu eng. Doch aus Dreistatdts Sicht wäre ein solcher Radweg vom zentralen Parkplatz in Karlsbrunnn durch Dorf im Warndt bis hin zum Kreisverkehr in Velsen denkbar.

Andere Fragen wie die Lösung der Sportplatz-Situation muss Dreistadt nun seinem Nachfolger überlassen. Dominik Jochum (CDU) und Markus Ernst (SPD) bewerben sich bereits um die Nachfolge, und auch weitere Kandidaten sind bis Ende der Meldefrist am 21. März nicht auszuschließen. In dem sicher fälligen Wahlkampf will Dreistadt („das müssen die unter sich ausmachen“) weitgehend Zurückhaltung üben. Da wird es sicher auch um die kribbelige Frage „Sportplätze“ gehen. „Neun Sportplätze bei sechs Vereinen – das Thema wird uns sicher noch eine Weile lang beschäftigen“, meint Dreistadt mit diplomatischer Zurückhaltung. Fest steht bisher nur eines: Der Sportplatz in Emmersweiler wird 2019 saniert – und zwar als Tennenplatz.

Die Zeit der Kanalbaustellen in Naßweiler neigt sich dem Ende zu. Foto: BeckerBredel

Das Gesetz gebietet Dreistadt, am 1. Oktober Abschied vom Amt zu nehmen. Er versichert aber: „Ich bin gerne unter Menschen, und es macht mir immer noch Spaß.“ Zu Hause ist er gefragt als Ehemann, Vater und mittlerweile zweifacher Großvater. Und auch der Obst- und Gartenbauverein Naßweiler kann verstärkt auf ihn setzen. Doch ganz aus der Politik zurückziehen will sich Dreistadt nicht. Er will weiter in vorderster Reihe bei der Lokalen Aktionsgemeinschaft (LAG) Warndt-Saargau und im Zweckverband Regionalentwicklung mitmischen. Dieser kümmert sich vor allem um das Jagdschloss Karlsbrunn.

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