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Warndtdorf im Mittelpunkt eines Gruselkrimis

Warndtdorf im Mittelpunkt eines Gruselkrimis

Karlsbrunn. Mord, Bankraub, Totschlag und Waffenhandel in Dörfern wie Karlsbrunn, Wadrill oder Schwerdorf - damit wurden die Besucher des Schlosscafés in Karlsbrunn am Donnerstagabend konfrontiert

Karlsbrunn. Mord, Bankraub, Totschlag und Waffenhandel in Dörfern wie Karlsbrunn, Wadrill oder Schwerdorf - damit wurden die Besucher des Schlosscafés in Karlsbrunn am Donnerstagabend konfrontiert. Und konnten dabei doch nur schmunzeln: Denn die Geschichten, in welchen die saarländischen Dörfer zu Schauplätzen des Grauens wurden, sind gottlob frei erfunden: Die drei Mitarbeiterinnen des Saarländischen Rundfunks Karin Mayer, Lisa Huth und Karin Klee gaben Ausschnitte aus ihrer Kriminalsammlung "Mord vor Ort" zum Besten. Egal ob der geheimnisvolle Schlossbesitzer in Schwerdorf, der den Bürgermeister Serge, einen Mann namens Matthieu und dessen Vater gefangen hält und des Mordes schuldig wird, oder aber die Geschichte von Else aus Karlsbrunn, die ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes Johann im Kleiderschrank eine versteckte Geldsammlung entdeckt - die Zuschauer lauschten gespannt. Besonders beliebt war dabei der Krimi um Kommissar Pascal Bläs, Beate Bienel und Friedrich Förster: Nach einem Banküberfall in Wadrill wird Kommissar Bläs von Täterin Bienel angerufen, die ihm haarklein den von ihr "vermuteten" Tatablauf schildert. Bläs glaubt ihr jedoch nicht, denn Schriftstellern kann man ja nie trauen. Der Applaus ist groß, als Bienel ihrem Komplizen am Ende vorschlägt, einfach einen Krimi über die Tat zu schreiben.Unerträgliche SpannungDie Besucher waren jedes Mal aufs Neue enttäuscht, als die Autorinnen - immer am spannendsten Punkt der vorgelesenen Kriminalgeschichte versteht sich - inne hielten. Denn Lesung heißt leider nur ein kleiner Ausschnitt des Gesamtwerkes preiszugeben. Wer nun wissen will, wie es weitergeht, dem bleibt nur der Griff zum Buch. Dieses konnte sofort nach der Lesung käuflich bei den Autorinnen erworben werden. Die Idee zu der außergewöhnlichen Kriminalsammlung kam dem Dreiergespann durch die so genannte Treffpunkt-Ü-Wagen-Serie des Saarländischen Rundfunks, in welcher Reporter einen Tag lang aus einem kleinen Ort des Saarlandes berichten. "Wir haben dadurch viele kleine Orte sehr gut kennen gelernt und eine Bindung zu den Menschen dort aufgebaut. Da kam uns plötzlich die Idee, diese Orte zum Tatort von Verbrechen zu machen", erklärte Lisa Huth den Besuchern. "Natürlich nur fiktiv", fügte sie lachend hinzu. Den Gästen gefiel es. Die drei ernteten großen Applaus, doch am Ende waren sich alle einig: Saarländische Dörfer als Tatorte - etwas, was hoffentlich weitgehend nur Fiktion bleibt.