Vom Torwart zum Torjäger – St. Nikolaus spielt mit vier Torhütern

Vom Torwart zum Torjäger – St. Nikolaus spielt mit vier Torhütern

Seit der B-Jugend war Michael Hirtz als Torwart im Einsatz – und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Seit dem Wechsel zu Fußball-Kreisligist SG St. Nikolaus ist alles anders: Der 26-Jährige ist der neue Torjäger vom Dienst.

"Ich hatte einfach keine Lust mehr aufs Tor. Das war mir zu langweilig." Michael Hirtz von Fußball-Kreisligist SG St. Nikolaus redet nicht lange drumherum, wenn es darum geht, seinen Wandel vom Torwart zum Feldspieler zu erklären. Umso größere Lust hat der 26-Jährige auf das Toreschießen: 24 Treffer in elf Partien stehen für ihn bei seinem neuen Verein zu Buche.

"Ich hätte nicht unbedingt damit gerechnet, dass es so gut läuft, zumal ich wegen eines Schlüsselbeinbruchs fast ein halbes Jahr verletzt war", sagt Hirtz. Doch weder das - noch anhaltende Leistenprobleme konnten ihn nach dem Wechsel vom SV Hermann-Röchling-Höhe zur SG ausbremsen. Der Torjäger hat mehr als die Hälfte der 47 Saisontreffer von St. Nikolaus erzielt.

Bis zuletzt lief es für die Mannschaft gut. Vor dem Spiel bei den SF Köllerbach II war sie Spitzenreiter - es folgte die 0:6-Niederlage am vergangenen Samstag. "Das war irgendwo die Konsequenz der vergangenen Wochen. Wir haben zu viele Verletzte und berufliche Ausfälle", erklärt Trainer Markus Weber den Rückschlag. Vielleicht hätte es geholfen, Hirtz im Tor einzusetzen. Weber schwärmt von dessen Fähigkeiten. "Ich kenne ihn schon ewig. Als er beim SC Großrosseln war, war er einer der stärksten Torhüter überhaupt. Da ging fast kein Ball rein. Das ist für mich eine echte Zwickmühle", sagt der 49-Jährige und lacht.

Doch Hirtz' Bilanz als Stürmer unterstreicht, dass er der Mannschaft im Angriff mehr helfen kann. Zumal St. Nikolaus genügend starke Schlussmänner hat. Kurios: Mit Kevin Tissone und Carsten Bick spielen zwei weitere Torhüter ebenfalls im Feld. Nimmt man Philip Goebel hinzu, die Nummer eins der SG, stehen jedes Wochenende vier Torleute für die SG auf dem Platz. Wohl auch an diesem Sonntag ab 14.30 Uhr, wenn St. Nikolaus den neuen Tabellenführer DJK Püttlingen empfängt. Hirtz ist optimistisch, dass es nach der Packung in Köllerbach wieder besser läuft: "Es kommen ein paar Spieler zurück, die Voraussetzungen sind also besser. Wir wollen auf jeden Fall eine Reaktion zeigen", sagt Hirtz kämpferisch. Kampf ist für ihn wegen seiner Adduktorenzerrung, die sich "mal mehr, mal weniger bemerkbar" macht, auch in den letzten vier Spielen vor der Winterpause angesagt. "Aber die kriegen wir auch noch rum", sagt Hirtz. Ähnlich bewertet Trainer Weber die Lage: "Wegen der vielen Ausfälle müssen wir uns irgendwie in die Pause retten."

Dass es in der Liga spannend bleibt, scheint garantiert: Spitzenreiter Püttlingen und den Tabellenachten SF Heidstock trennen nur fünf Punkte. Von Langeweile keine Spur - und auch für Hirtz hat sich das Thema Langeweile längst erledigt.