Völklingen spart am Müll

Völklingen/Großrosseln. In Großrosseln geht die Befürchtung um, dass die Bürger ab kommendem Jahr beim Müll kräftig draufzahlen. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) führt nämlich ab 1. Januar ein System ein, dass sich an der Zahl der Leerungen orientiert. Die Nachbarstadt betreibt derweil seit 2004 einen eigenen Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV)

Völklingen/Großrosseln. In Großrosseln geht die Befürchtung um, dass die Bürger ab kommendem Jahr beim Müll kräftig draufzahlen. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) führt nämlich ab 1. Januar ein System ein, dass sich an der Zahl der Leerungen orientiert. Die Nachbarstadt betreibt derweil seit 2004 einen eigenen Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV). Dieser hat schon im Januar 2009 das Gebührensystem eingeführt, mit dem EVS-Gemeinden nun erst beginnen. Und damit, wie Geschäftsführer Stefan Lang berichtet, die Restabfallmenge gegenüber dem Jahr 2008 um rund 17 Prozent gesenkt. In diesem Jahr werden in Völklingen nach aktuellem Trend nur noch rund 7000 Tonnen Restmüll in die grauen Behälter eingefüllt. Während die rund 20 000 Haushalte in der Stadt um so kräftiger recyclen. Die Papiermenge, die in den blauen Behältern des EZV landet, dürfte so im laufenden Jahr auf rund 3400 Tonnen und damit um 15 Prozent steigen. Was dem Verband dann auch bares Geld bringt, weil er (seit 2008) das Papier selbst vermarktet und dieses Geschäft nicht Privatfirmen überlässt."Die Leute haben es selbst in der Hand, ihre Gebühren zu steuern", kennzeichnet Lang den Vorteil des Systems. Wer es wie früher bei 26 Leerungen der grauen Tonne pro Jahr belasse, lege drauf. Man müsse schon fünf, sechs Leerungen pro Jahr einsparen, und dies zwinge zum Sortieren und Trennen. Im Durchschnitt stelle ein Völklinger Haushalt heutzutage 15- bis 16-mal die graue Tonne an die Straße, und manche kämen sogar mit der vorgeschriebenen Mindestzahl von zehn Entleerungen aus. Lang: "Das heißt, dass viele Völklinger Geld sparen."Es gibt bereits einen stark besuchten Wertstoffhof am Hammergraben in Geislautern. Die Möglichkeiten sollen sich bis Ende 2011 mit einem Neubau im Gewerbepark Ost verbessern. Der Verband mit Oberbürgermeister Klaus Lorig als Vorsteher hat dafür insgesamt 1,2 Millionen Euro eingeplant. Grünabfall kann weiter kostenlos auf der städtischen Komposteranlage am Hunerscharberg abgeliefert werden.

Ein neuer, großer Wertstoffhof soll die Einrichtung am Hammergraben ablösen, hier im Bild Mitarbeiter Günter Kölbl. Foto: Jenal.

Auf einen BlickDie Müllgebühr, die derzeit in Völklingen entrichtet werden muss, beträgt mindestens 116,96 Euro pro Jahr. Sie bezieht sich auf die übliche 120-Liter-Tonne und setzt sich aus 53,86 Euro Grundgebühr und den 63,10 Euro für die mindestens zehn Leerungen im Jahr zusammen. Für jede weitere Leerung kommen noch 6,31 Euro hinzu. er RückschauGroßrosselns Erster Beigeordneter Fred Schuler hatte sich mit den Fraktionsvorsitzenden Helmut Heins (CDU), Jörg Dreistadt (SPD), Ralf Hektor (FWG) und Norbert Wagner (Die Linken) geeinigt, bei der jüngsten Mitgliederversammmlung des Entsorgungsverbandes Saar ( EVS ) Front gegen das neue Gebührensystem zu machen. Hier handelt es sich nach Meinung der Kritiker nämlich um eine verdeckte Erhöhung. Wenn der Haushalt wie bisher 26 Leerungen pro Jahr in Anspruch nehme, werde die Gebühr um 44 Euro teurer. Gespart werde erst ab 19 Leerungen pro Jahr. er

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