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Verjüngungskur für die Barbara-Siedlung

Verjüngungskur für die Barbara-Siedlung

Dorf im Warndt. Ein kleiner Bagger steht neben der holprig ausgekofferten Straße, die auf einen neuen Belag wartet: Die Bauarbeiter sind zurückgekehrt. "Hoffentlich geht es jetzt wirklich weiter", sagt Keno Zimmer; mit dem vom Frost erzwungenen Stillstand der Kanal- und Straßenbauarbeiten in der früheren Grubensiedlung in Dorf im Warndt war er nicht froh

Dorf im Warndt. Ein kleiner Bagger steht neben der holprig ausgekofferten Straße, die auf einen neuen Belag wartet: Die Bauarbeiter sind zurückgekehrt. "Hoffentlich geht es jetzt wirklich weiter", sagt Keno Zimmer; mit dem vom Frost erzwungenen Stillstand der Kanal- und Straßenbauarbeiten in der früheren Grubensiedlung in Dorf im Warndt war er nicht froh. Immerhin, Innenarbeiten bleiben vom Wetter unberührt, da sind keine Verzögerungen zu fürchten. "Wir haben tagesgenaue Bauzeitenpläne", berichtet er lachend, "daran muss man sich erstmal gewöhnen." Was ihm offensichtlich keine Mühe macht; man merkt, wie sehr er derart exakte Planung schätzt. Kein Wunder. Denn Zimmer hat gerade Termin-Verträge geschlossen. Mietverträge: Zimmer ist seit zwei Jahren Prokurist der StWB Wohnen GmbH, die rund 2600 Wohnungen im Saarland verwaltet (siehe "Auf einen Blick"). Im leer stehenden Haus Barbarastraße 17 ziehen im März wieder Mieter ein. Bis dahin muss innen alles fertig sein. "Schaffen wir", sagt Zimmer. Aus Erfahrung: Wann immer in einer der 268 Siedlungs-Wohnungen die Mieter wechseln, wird renoviert. "Kein Luxus", aber gründlich, auf aktuellem Standard.Wie der aussieht, führt Zimmer an einer Musterwohnung vor. Neue Türen und Zargen. Frisch geflieste Böden in Flur und Küche, frisch geflieste Badezimmerwände. Im Wohnzimmer Holzboden, in den übrigen Räumen helles Laminat. Und aus allen Fenstern - neu auch sie - blickt man ins Grüne. Auf Bäume, von denen einige in diesen Tagen fallen, der Sicherheit und dem Licht zuliebe (wir haben berichtet). Auf weite Rasenflächen und schmale Anlieger-Sträßchen - eine Idylle für Fußgänger, für Ruheliebende, für Kinder. "Ja", sagt Zimmer, "wir haben viele Mieter, die schon lange hier wohnen und entsprechend etwas älter sind. Aber bei Neuvermietungen setzen wir stark auf junge Familien mit Kindern."Damit sie kommen, reiche es nicht, sich nur um Wohnungen zu kümmern, "auch die Infrastruktur muss stimmen". Wichtig sei der Kindergarten, "zwei Drittel der Kinder dort kommen aus der Siedlung". Wichtig sind Einkaufsmöglichkeiten, Zimmer wünscht sich einen Dorfladen in der Siedlung; dem Eröffner "würden wir mit der Miete weit entgegenkommen". Für die älteren Bewohner zählen - neben der Arztpraxis im Ort - weitere medizinische Berufe. Plus Dienstleister, Friseur, Nagelstudio, "was weiß ich". Und barrierfreie Zugänge. Hie und da gibt es sie schon. An einem Doppelhaus in der St. Barbarastraße werden sie demnächst gebaut: Bodenaufschüttungen bis zum Erdgeschoss-Niveau, Balkonbrüstungen raus, rollstuhltaugliche Terrassentüren rein - "zurzeit ist in der Siedlung keine Erdgeschosswohnung mehr frei". Zimmer hat noch mehr in petto. Energetische Sanierung, der erste Schritt kommt ab Mai, an weiterem wird gerechnet. Verschönerung der Treppenhäuser und Fassaden; doch da sind vorab Energie-Fragen zu klären. Gestaltete Grünflächen, Bänke, Schrebergärten, "dafür gibt es Bedarf". Und soziale Einrichtungen: ein Neubau, der Kindergarten und Nachmittagsbetreuung aufnehmen könnte. Dazu einen Generationentreff. Mit Gastronomie, Zimmer hat bereits ausgetüftelt, wie die sich organisieren und finanzieren ließe: "Zuschüsse bekommt man für fast alles." Das ist derzeit noch "Vision". Die Zimmer freilich - man spürt es - am liebsten sofort in die Tat umsetzen würde. "Wir wollen die Siedlung fit machen für die Zukunft", sagt er, "und das geht doch am besten nach dem Motto: Volle Kraft voraus!"

Auf einen BlickDie Barbara-Siedlung in Dorf im Warndt mit 268 Wohnungen entstand 1963 als Werkssiedlung für die nahe Grube Warndt. Nach deren Schließung ging die Siedlung von der Deutschen Steinkohle (DSK) AG über an die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter (StWB), die im Saarland rund 2050 Wohnungen besitzt. Verwaltet werden sie und weitere 550 DSK-Wohnungen von der Stiftungs-Tochter StWB Wohnen GmbH. dd