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Mittlerweile 70 selbst gebaute Objekte
Ute Deckers Figuren erzählen biblische Geschichten

Die Karlsbrunnerin Ute Decker mit einigen ihrer Krippenfiguren, die schon passend angeordnet sind. Decker hat bereits rund 70 dieser so genannten Erzählfiguren selbst hergestellt.
Die Karlsbrunnerin Ute Decker mit einigen ihrer Krippenfiguren, die schon passend angeordnet sind. Decker hat bereits rund 70 dieser so genannten Erzählfiguren selbst hergestellt. FOTO: Thomas Seeber
Karlsbrunn. Familie Decker aus Karlsbrunn besitzt sogar zwei Krippen. Eine davon wandert zum Fest in die Hugenottenkirche Ludweiler. Von Walter Faas

Eigentlich baut Ute Decker keine Krippenfiguren, sondern biblische Erzählfiguren. „Die kann man das ganze Jahr über in der Arbeit mit Kindern, Erwachsenen und Senioren wunderbar einsetzen“, sagt Decker. Die Frau arbeitet im evangelischen Schulreferat in Heusweiler und bringt sich zusätzlich als Prädikantin (ehrenamtliche Laienpredigerin) ins Gemeindeleben ein. Darüber hinaus betreut sie Gruppen, vorwiegend in Einrichtungen der Seniorenhilfe.


Im Zusammenhang mit ihrem Ehrenamt  hat sie über einen Weiterbildungskursus die „Arbeitsgemeinschaft Biblischer Erzählfiguren“ in Bad Urach auf der Schwäbischen Alb kennen gelernt. „War sofort begeistert und hab’ dort mittlerweile zwei Wochenkurse erfolgreich absolviert“, erzählt Decker.

Bei diesen Kursen ging es zum einen um den Bau von 30 Zentimeter großen Bibelgestalten, zum anderen um Figuren, die exakt einen halben Meter groß sind. Und diese Figuren machen, in beiden Größen, was daher, aber hallo! Kunst pur, gut zum Anschauen, weich zum Anfassen,  pädagogisch wertvoll. Ute Decker besitzt mittlerweile 70 solcher Bibelfiguren, alle aus eigener Produktion. Sie werden in einem ersten Schritt aus Sisaldraht geformt, dann mit zerrissenen Unterhemdenresten umwickelt. Sie erhalten schwere Bleifüße, damit sie in jeder Lage stehen, sitzen oder liegen können, gerüstet  für jede darzustellende Situation in der  religionspädagogischen Arbeit. Der Körper wird genäht, mit Watte fest gestopft, der Kopf modelliert.



Jetzt das Besondere! „Biblische Erzählfiguren haben kein Gesicht, sondern nur angedeutete Gesichtsformen“, sagt Decker und erklärt auch gleich warum: „Gesichter von Figuren kann man fröhlich, traurig oder lachend gestalten, aber dann kaum mehr verändern.“ Mit ihren biblischen Erzählfiguren, die durch die Form ihrer  Gestaltung überaus biegsam sind, könne man unendlich viele Emotionen ausdrücken, wie Jubel, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Lebendigkeit und so fort, je nach Haltung. Für die (austauschbare) Bekleidung wählt Decker gebrauchte Stoffe, Herrenhemden aus dem Kleiderladen, Gardinenreste, ausgediente Tischdecken und so weiter, für die Perücken feinste Lammwolle.

„Streichen Sie dem Hirten mal über den Kopf, wie zart und fein diese Haare sich anfühlen!“, sagt Decker. Kein Wunder, dass ihre biblischen Erzählfiguren in Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Pfarrsälen, Kirchen  bewundert werden und sich natürlich auch bestens dafür eignen, die Weihnachtsgeschichte in Form einer Krippe darzustellen: „Dieses Mal erstmals in der Ludweiler Hugenottenkirche, vom Heiligen Abend bis zum Dreikönigstag am 6. Januar.“

Was den Bau der Figuren angeht, bietet Ute Decker übrigens an, Interessenten in diese Kunst einzuweihen – Auskunft hierzu unter Telefon (01 78) 3 59 15 06 oder per E-Mail unter der Adresse u.decker@t-online.de.  Die Karlsbrunnerin pflegt noch zwei weitere kreative Steckenpferde: überaus exakt wirkende Patchworkarbeiten und das Singen  im bekannten Gospelchor Saarbrücken, wo sie in der Sopranstimme dabei ist. „Und zum Ausgleich für den ganzen religiösen Touch bin ich als Sportschützin im Fach Luftpistole im Verein  aktiv.“ Träumen tut die agile Karlsbrunnerin auch: „Vom Kursus ,70er-Figuren’ in Bad Urach – den will ich auf jeden Fall auch noch absolvieren.“