| 20:35 Uhr

Brandschutz, grenzüberschreitend
Übung mit dramatischem Szenario

Übungs-Einsatz in der Alten Schule Emmersweiler: Feuerwehrleute aus Großrosseln und Pompiers aus dem französischen Morsbach bergen gemeinsam Menschen aus einem brennenden, verrauchten Gebäude.
Übungs-Einsatz in der Alten Schule Emmersweiler: Feuerwehrleute aus Großrosseln und Pompiers aus dem französischen Morsbach bergen gemeinsam Menschen aus einem brennenden, verrauchten Gebäude. FOTO: BeckerBredel
Emmersweiler. Was tun, wenn es in Grenz­nähe brennt? Deutsche und fran­zösische Feuerwehrleute trainierten jetzt im Warndt gemeinsames Retten und Löschen. Von Becker & Bredel

Rund 46 Einsatzkräfte des Löschbezirks Großrosseln und des französischen Löschbezirks Morsbach übten am Samstagabend gemeinsam an der Alten Schule in Emmersweiler den Ernstfall. Den Feuerwehrleuten bot sich folgendes Szenario: Es kam während Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage der Schule zu einer Verpuffung und einem Brand im Keller. Die Schule war aber nicht voll besetzt, nur einige wenige Personen waren zum Zeitpunkt des Brandes im Gebäude. Die Schule wurde daher von einem Lehrer evakuiert, die Feuerwehr rückte an.


So weit der Plan der Übungsmacher. Die anrückenden Kräfte wussten davon nichts, sie erfuhren erst am Einsatzort von der aktuellen Lage. Dazu gehörte, dass sechs Schüler, der Hausmeister und ein Handwerker vermisst blieben, sie mussten von den Feuerwehrleuten gesucht werden. Der Brand breitete sich schnell aus, das Gebäude war komplett verraucht. Auf dem Parkplatz kam es zudem zu einem Zusammenstoß von Fahrzeugen aufgeregt herbeieilender Eltern. Zwei Personen wurden dabei im Auto eingeklemmt.

Die eingetroffenen Kräfte der Feuerwehren aus Frankreich und Deutschland mussten gemeinsam den Einsatz koordinieren und die Maßnahmen zur Rettung, Brandbekämpfung und zur technischen Hilfe ergreifen. Einsatzleiter Thomas Frey sprach alle Schritte mit seinem französischen Kollegen, Chef d’Agrès David Stepien ab.



Die Übungsplaner hatten alles eingebaut, was eine Wehr können muss: Retten, Löschen und Bergen. Bei der Übung, die das Publikum aufmerksam verfolgte, bewiesen die Wehren, dass sie in diesen Bereichen fit sind. Pressesprecher Thomas Tomczyk von der Großrosseler Feuerwehr erklärte dem Publikum, wo es zum Beispiel auch Probleme gibt mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. So passen etwa  die deutschen und die französischen Feuerwehrschläuche nicht aufeinander. „Wir haben deshalb auf beiden Seiten der Grenzen schon seit jeher Übergangsstücke, so dass das Wasser auf beiden Seiten problemlos fließen kann“, sagte Tomczyk.

Mit gemeinsamen Besuchen, Feiern und Übungen pflegen die Feuerwehren Großrosseln und Morsbach seit Jahrzehnten ihre Freundschaft. Die jährliche gemeinsame Übung ist seit langer Zeit  Tradition. Sie findet im Wechsel auf französischem und  deutschem Gebiet statt.

Auch Rettung aus Autos war gefragt: Im Übungs-Szenario stand ein Unfall mit Fahrzeugen aufgeregt herbeieilender Eltern, die bei der Kollision auf dem Schulhof in ihren Wagen eingeklemmt wurden.
Auch Rettung aus Autos war gefragt: Im Übungs-Szenario stand ein Unfall mit Fahrzeugen aufgeregt herbeieilender Eltern, die bei der Kollision auf dem Schulhof in ihren Wagen eingeklemmt wurden. FOTO: BeckerBredel