Tim Schwartz will Spaß haben

Karlsbrunn. Fußball-Landesligsit SV Karlsbrunn hat kurz vor dem Ende der Wechselfrist (31. August) einen der spektakulärsten Spieler-Wechsel im saarländischen Amateur-Fußball in diesem Sommer unter Dach und Fach gebracht. Vom Regionalligisten SV Elversberg wechselte der ablösefreie Defensiv-Spieler Tim Schwartz in der vergangenen Woche zur Mannschaft von Trainer Markus Müller

 Tim Schwartz (links) spielte in der vergangenen Saison acht Mal für die SV Elversberg in der Regionalliga Süd. Jetzt trägt der 21-Jährige das Trikot des Landesligisten SV Karlsbrunn. Foto: leh
Tim Schwartz (links) spielte in der vergangenen Saison acht Mal für die SV Elversberg in der Regionalliga Süd. Jetzt trägt der 21-Jährige das Trikot des Landesligisten SV Karlsbrunn. Foto: leh

Karlsbrunn. Fußball-Landesligsit SV Karlsbrunn hat kurz vor dem Ende der Wechselfrist (31. August) einen der spektakulärsten Spieler-Wechsel im saarländischen Amateur-Fußball in diesem Sommer unter Dach und Fach gebracht. Vom Regionalligisten SV Elversberg wechselte der ablösefreie Defensiv-Spieler Tim Schwartz in der vergangenen Woche zur Mannschaft von Trainer Markus Müller. Bereits am vergangenen Sonntag stand Schwartz beim 4:0-Sieg des SV Karlsbrunn beim SC Hühnerfeld auf dem Platz."Verrückte Personalpolitik" Dabei hatte der 21-Jährige auch Angebote von höherklassigen Vereinen. "Ich war zweieinhalb Wochen beim 1. FC Nürnberg im Probetraining. Danach sagte mir die Vereinsführung, dass ich zu teuer sei, und holte einen A-Jugendlichen vom FC Bayern München", sagt Schwartz im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Auch ein Engagement im Ausland wäre möglich gewesen. "Vereine aus Zypern und Griechenland zeigten Interesse, aber eine Einladung zum Probetraining gab es nie", erklärte Schwartz.Der 21-Jährige spricht von einer "verrückten Personalpolitik" im Profifußball: "Ob du einen Vertrag in der Regionalliga bekommst oder in einer noch höheren Liga, hängt nicht unbedingt von deinen fußballerischen Qualitäten ab. Wenn du entscheidende Leute kennst und zudem etwas Glück hast, bist du im Geschäft." Er ist es nicht mehr. Zumindest vorerst nicht mehr. "Ich konzentriere mich jetzt auf meinen Job als Versicherungskaufmann und spiele bei meinen Freunden in Karlsbrunn", sagt Schwartz, "die Profi-Karriere ist erst einmal auf Eis gelegt, aber noch nicht ganz abgeschrieben."Befreundet mit den MüllersVon 1997 bis 2001 besuchte Tim Schwartz das Fußball-Internat des Bundesligisten FC Energie Cottbus. Danach zog es den gebürtigen Geislauterer zurück ins Saarland, wo er für den 1. FC Saarbrücken und die SV Elversberg in der Regionalliga Süd kickte. Nach der verpassten Qualifikation für die neue 3. Profiliga in der vergangenen Saison begann bei der SV Elversberg das große Ausmisten. Trainer Djuradj Vasic strich neben ehemaligen Fußballgrößen wie Marcus Feinbier und Michael Zepek auch Tim Schwartz von seiner Liste. "Ich hatte auch Angebote aus der Oberliga, doch das ist weder Fisch noch Fleisch, also bin ich nach Karlsbrunn und versuche hier, den Spaß am Fußball wieder zu finden", sagt Schwartz, der mit Karlsbrunns Trainer Markus Müller und dessen Brüdern Matthias und Michael, die ebenfalls beim SV spielen, in Geislautern aufwuchs. Mit seinem neuen Team empfängt Tim Schwartz am kommenden Sonntag um 15 Uhr den ASC Dudweiler in der Landesliga Südwest. "Wir wollen unter die ersten Zehn der Liga und uns für die Verbandsliga im kommenden Jahr qualifizieren", sagt Schwartz, der sich jetzt zunächst einmal auf die Landesliga konzentriert, aber ein Engagement bei einem Proficlub noch nicht aus dem Hinterkopf gestrichen hat.