Tausende auf Entdeckungsreise

Velsen/Völklingen/Ludweiler/Lauterbach. Im Verwaltungsgebäude der alten Grube Velsen präsentiert die Gruppe "ART58" rund 40 deutsche und französische Künstler. Angelique Blanc hat einen Förderturm in das Stahlgerüst des Eiffelturms integriert. Die Malerin stellt ihre surrealistischen Bilder in der ehemaligen Lampenstube aus

Velsen/Völklingen/Ludweiler/Lauterbach. Im Verwaltungsgebäude der alten Grube Velsen präsentiert die Gruppe "ART58" rund 40 deutsche und französische Künstler. Angelique Blanc hat einen Förderturm in das Stahlgerüst des Eiffelturms integriert. Die Malerin stellt ihre surrealistischen Bilder in der ehemaligen Lampenstube aus. Heinz-Dieter Pillars rostfarbene Acrylgemälde hängen im Zechensaal, und in der einstigen Chefetage im ersten Stock zeigt Klaus Manz fotorealistische Bilder. Ein Straßenzug in Boston und Pariser Parkuhren gehören zu den Reiseerinnerungen, die er verarbeitet hat. Tonskulpturen, Einweghandschuhe, die zu einer Blume modelliert wurden, und eine Sammlung mit Utensilien der Bergleute sind ebenfalls zu sehen. Die Aussteller und ihre Gäste fühlen sich in dem ungewöhnlichen Ambiente wohl. "Der Kontrast zwischen historischem Gebäude und moderner Kunst ist fantastisch", schwärmt Besucherin Brunhilde Schmidt am Samstagnachmittag. Die Ausstellung "Colors of Velsen 2010" liegt auch auf der vorgegebenen Route der elf Quizwanderer, die vom Naturfreundehaus in Ludweiler auf Entdeckungsreise gehen. Während ihrer Stippvisite sollen sie herausfinden, dass die Zahl 58 im Namen der veranstaltenden Künstlergruppe auf das Geburtsjahr der Gründungsmitglieder verweist. "Wir wollen zeigen, dass Wandern Spaß macht", berichtet Organisator Klaus Leick. Der Geislauterner Bienenlehrpfad und das Glasmuseum in Ludweiler sind weitere Etappen. Gewandert wird auch rund ums Waldcamp Warndt bei Lauterbach. Nachdem die Kinder mit dem Esel eine Runde durch den Wald gedreht haben, stärken sie sich mit leckeren Grillwürstchen. An einem anderen Feuer glühen große Steine. Sie werden am Abend in der Schwitzhütte mit Wasser übergossen. Knut Kroll, der das uralte Reinigungsritual bei den Lakota-Indianern in Amerika gelernt hat, streut schon mal getrocknete Zedernblätter in die Flammen. Sie sollen negative Energien verscheuchen. Mit Liedern und Gebeten wollen die Teilnehmer später in der Schwitzhütte eine meditative Stimmung schaffen. Astrid Bach-Staap erlebte die Zeremonie bereits vor einigen Tagen. "Es ist Entspannung pur", versichert die Chefin der Maltiz-Waldpädagogen. In der Natur entspannen können die Besucher des Warndt-Weekend auch im "Paradies" des Völklinger Weltkulturerbes. Nach dem Ende der Roheisenproduktion im Jahr 1986 konnten Tiere und Pflanzen in dem Areal zwischen Kokerei und Saar ungestört zusammenfinden. Bäume und Blumen fühlen sich in dem Industrie-Kulturgarten wohl, an feuchten Wänden siedeln Farne, überall sprießt neues Leben. Mit dem Straßen-Brummen verabschiedet sich auch die Hektik des Alltags. Im Schatten der gigantischen Hochöfen genießt eine Motorradgruppe aus Stuttgart die himmlische Ruhe: Schmetterlinge tanzen, Vögel zwitschern, und die Blätter rascheln leise im Wind.