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| 20:17 Uhr

Strom und Wärme aus Holz

Karlsbrunn. Mit Sekt, Orangensaft und Baggerlärm wurden die Gäste gestern auf der Tagesanlage des ehemaligen Bergwerks Warndt begrüßt. Schon vor dem symbolischen Spatenstich zur Haupterschließung startete die Entwicklung des Geländes zum Biomassezentrum: Im November des vergangenen Jahres hatte die Evonik New Energies GmbH mit dem Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks begonnen Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Karlsbrunn. Mit Sekt, Orangensaft und Baggerlärm wurden die Gäste gestern auf der Tagesanlage des ehemaligen Bergwerks Warndt begrüßt. Schon vor dem symbolischen Spatenstich zur Haupterschließung startete die Entwicklung des Geländes zum Biomassezentrum: Im November des vergangenen Jahres hatte die Evonik New Energies GmbH mit dem Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks begonnen. Auf 4500 Quadratmetern entsteht die mit Holz betriebene Anlage. Sie soll Strom und Wärme erzeugen und zum größten Teil in die bereits vorhandenen Fernwärmenetze von Großrosseln, Warndt und Velsen einspeisen. Ende des Jahres werde die Produktion beginnen, erläuterte Thomas Billotet, Mitglied der Evonik-Geschäftsführung. Beliefert wird das Kraftwerk vom Saarforst, der auf dem Gelände gleichzeitig einen Brennholzhof betreibt. Im Gegenzug kann das landeseigene Forstunternehmen, das in Karlsbrunn bereits Scheitholz für den privaten Verbrauch produziert, die Abwärme für seine Holztrocknung nutzen. Von der Wärme könnten weitere Betriebe profitieren - etwa die geplante Holzbrikettfabrik. "Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft", sagte Großrosselns Bürgermeister Peter Duchene (CDU) und sprach von einem "Aufbruchsignal" für die Region. Hans Werner Klee, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien, lobte das Projekt als "gelungenes Beispiel für den Strukturwandel an der Saar": Rund drei Jahre nach Stilllegung des Bergwerks kehre so "an alter Stelle die Produktion von Energie in neuer Form zurück". Mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung wurde die mögliche Folgenutzung nach der Grubenschließung in mehreren Warndt-Foren diskutiert: Wegen des hohen Waldanteils lag der Fokus auf der Holzwirtschaft, als Leitkonzept wurde die Entwicklung eines Biomassezentrums erarbeitet. Die Haupterschließung sorgt nun für die notwendige Infrastruktur: Kanäle und Straßen werden gebaut, Versorgungskabel verlegt, eine Verbindung zur bestehenden Fernwärmeleitung hergestellt. Im Juni 2008 genehmigte der Großrosselner Gemeinderat einstimmig den Bebauungsplan für die rund 14 Hektar große Teilfläche, auf der jetzt das Zentrum für regenerative Energien entsteht. Insgesamt stehen auf dem ehemaligen Grubengelände rund 40 Hektar für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung.

Auf einen Blick12,3 Millionen Euro investiert Evonik New Energies in das Biomassekraftwerk, das von zwei Mitarbeitern betrieben wird. Die geplante Strommenge liegt bei rund 13 400 Megawattstunden pro Jahr, die Wärmeerzeugung bei 57 100 Megawattstunden. Mit dem Strom können etwa 3350 Einfamilienhaushalte, mit der Wärme 3172 Haushalte versorgt werden. Das notwendige Holz von rund 40 000 Tonnen jährlich liefert der Saarforst. tan