„Stillstand wollen wir nicht hinnehmen“

„Stillstand wollen wir nicht hinnehmen“

Nach Schließung der Turnhalle Karlsbrunn fand der Selbsthilfeverein ,,Mach mit" eine neue Bleibe in Lauterbach. Aber die Bürgerinitiative Lebenswertes Karlsbrunn mit Albrecht Wagner macht auf Probleme anderer Vereine im Ort aufmerksam.

Seit Ende 2014 ist die Karlsbrunner Turnhalle wegen Baumängeln geschlossen. Während der Verein "Mach Mit" um Gerald Zieder eine neue Bleibe gefunden hat, schlagen sich andere Vereine und die Dorfgemeinschaft mit vielen offenen Fragen herum. Darauf hat jetzt Albrecht Wagner, Vorsitzender der Bürgerinitiative Lebenswertes Karlsbrunn , hingewiesen. In einer Pressemitteilung zählt er auf, wo es überall klemmt. Und erinnert gleichzeitig daran, dass es einen Sonderkredit für ein neues Bürgerhaus, das den Ausfall der maroden Rudolf-Voltz-Halle auffangen soll, nicht geben wird.

Vereine , welche im evangelischen Gemeindehaus untergekommen sind, müssten dort Miete zahlen und könnten nur beschränkt ihre Aktivitäten ausüben. Nicht gelöst seien auch die Probleme für die Vereine , die ihre Aktivitäten jetzt in die Turnhalle Dorf im Warndt und St. Nikolaus auslagern: "Für die Jugendlichen, welche in den anderen Ortsteilen Sport treiben, müssen Fahrgelegenheiten organisiert werden, und Kosten entstehen zusätzlich", so Albrecht Wagner

Offen sei auch, wo der 50. Warndt-Wald-Wandertag starten und ins Ziel gehen soll. "Hier müssen Umkleidekabinen und Duschgelegenheiten vorhanden sein. Ebenso müssen die Gäste bewirtet werden." Das sei 49 Jahre lang alles von der Turnhalle Karlsbrunn aus betrieben worden.

Auch für Vereinsjubiläum, Konzerte und größere Gemeinschaftsveranstaltungen stünden keine geeigneten Räume zur Verfügung. "Wir wollen hier nicht anführen, welche Möglichkeiten es in anderen Ortsteilen gibt, nur wollen wir nicht hinnehmen, dass Karlsbrunn dermaßen abgehängt und benachteiligt wird."

Und weiter rechnet Albrecht Wagner vor, dass in Karlsbrunn Einnahmen für die Gemeinde erwirtschaftet werden: "Das Gewerbegebiet Tagesanlage Warndt, die ehemalige Schule ist langfristig verpachtet. Gleichzeitig werden wegen der Stilllegung der Turnhalle erhebliche Betriebskosten gespart. Andere Räumlichkeiten hält die Gemeinde in Karlsbrunn nicht vor."

Im Namen der Vereine formuliert Wagner die Unzufriedenheit über die aktuelle Situation und fragt: "Wie geht es nun weiter in Karlsbrunn ?" Es sei bekannt, dass das evangelische Gemeindehaus im Ort verkauft oder vermietet werden soll. Die Gemeinde Großrossen könnte dieses langfristig mieten, damit wären erhebliche Probleme gelöst. "Einen generellen Stillstand in Karlsbrunn wollen wir nicht hinnehmen." Ein bisschen ironisch kommt Gerald Zieder die Geschichte schon vor: Vor 30 Jahren, so berichtet der Vorsitzende des Vereins "Mach Mit", hat in Lauterbach alles angefangen. Mit der Organisation Gutemiene im Ort unternahm er 1985 mit Gleichgesinnten eine Reise, auf der dann die Idee entstand, einen Verein zu gründen, der sich vorrangig um Menschen mit Behinderungen kümmert. Jetzt kehrt der gemeinnützige Verein, der älteste seiner Art im Saarland, zurück an den Ursprungsort. Auslöser war die Schließung der Rudolf-Volz-Halle in Karlsbrunn , die dem Verein für seine 14-tägigen Treffen als Bleibe gedient hatte. Nun hat also die monatelange Suche ein gutes Ende gefunden. "In der neu renovierten Lauterbachhalle war ich mit Ortsvorsteher Dieter Peters unterwegs", berichtet Zieder. "Dort wird gerade der Vereinsraum mit Küche hergerichtet, und es gibt dort auch eine Behindertentoilette." Peters habe versichert, wenn die Räumlichkeiten fertig gestellt sind, könne der Verein seine Treffen alle vierzehn Tage dort veranstalten. "Also werden wir unser dreißigjähriges Jubiläum in dem Ort feiern, wo alles angefangen hat." Hoffnung hat Zieder, "dass die Gemeinde Großrosseln uns beim Umzug behilflich ist".

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