| 20:28 Uhr

Tanz, Büttenreden und Gesang
So macht Hinne Hott die Narren flott

Viel Applaus erntet das Tanz- und Kreativzentrum Larissa Quinten mit der Show „Fabelwesen“.
Viel Applaus erntet das Tanz- und Kreativzentrum Larissa Quinten mit der Show „Fabelwesen“. FOTO: BeckerBredel
Naßweiler. Von wegen hinnehott! Bei ihrer Kappensitzung am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus bot die Naßweiler Karnevalsgesellschaft eine muntere Show. Von Andreas Lang

Originell, unverwechselbar und vor allem handgemacht ist die Kappensitzung der Naßweiler Karnevalsgesellschaft Hinne Hott im Dorfgemeinschafthaus. Bestes Beispiel dafür ist die Jugendgarde. „Die Mädchen können nicht nur tanzen, sie haben auch ihr Bühnenbild selbst gemalt“, weiß Bianka Dirk als Elferratspräsidentin des ersten Sitzungsteils zu berichten.



Pipi Langstrumpf ist auf dem Kunstwerk zu sehen, das als Kulisse für den Marschtanz der Jugendgarde dient. Signiert haben die junge Künstlerinnen ihr Werk mit bunten Handabdrücken. Was die Autofahrer auf der Fahrt durch den Ort seit einer gefühlten Ewigkeit nervt, nehmen die Karnevalisten der Hinne Hott, typisch Faasebooze, mit Humor, wie sich im Motto ausdrückt: „Baustelle hin oder her – es feire fällt uns eh nitt schwer.“

Stimmt. Auf der Bühne folgt ein heiterer Programmpunkt dem anderen, dazwischen gibt es immer wieder mitreißende musikalische Einspieler. „Hulapalu“ kommt gut an und wird auch gerne mitgesungen: „Hodihodihodihodijä“. Auch Pflichtaufgaben erledigen die Hinne Hott heiter. Etwa die Vorstellung der lieblichen Kinderprinzessin Maren I und ihres kecken Hofnarrs Jesper. Im Reim erklärt er unter anderem, dass er Joker, den Bösewicht aus den Batman-Filmen, mag. Und so verfügen die Regenten: „Von heute bis Aschermittwoch, so geben wir bekannt, soll Heiterkeit herrschen im ganzen Land.“ Wer das nicht befolgt, den könnte der Joker holen, sagt Hofnarr Jesper mit frechem Grinsen.

So wird auch Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen entmachtet. „Dem müssen wir ja noch den Schlüssel abluchsen“, so die Sitzungspräsidentin. Franzen darf noch zum Motto kommentieren: „Die Hinne Hott macht das wirklich prima, man soll nicht immer alles so ernst nehmen.“ Dann muss der Schlüssel in Karnevalistenhand. Eine Finte pariert die Karnevalistin: „Was, den hast Du nicht dabei? Das wir teuer.“ Ihr Vorstoß: „Dann machen wir mal ein bisschen Sport.“ Zusammen mit Franzen tanzt sie zu einem flotten Liedchen und wenig später poltert der Symbol-Schlüssel auf den Bühnenboden.

Wenig später ist die Moderatorin selbst Ziel des Spotts. Celina Tilly und Joelina Dirk witzeln in der Bütt über ihre „nervigen Eltern“. Für besondere Heiterkeit sorgt dabei, dass fast alle im Saal wissen, das Joelina die Tochter von Bianka Dirk ist. Scheinbar unwissend versucht die Mutter noch zu entschärfen: „Welche Eltern haschd du dann gemennt?“ Doch das Töchterlein kontert im Reim: „Gebb mir fünf Euro, unn du wirst nitt genannt.“ Familienzoff droht aber nicht: „Ich wusste ja was kommt, habe die Rede ja selbst für die beiden geschrieben.“

Akrobatisch wissen die Mariechen Marie-Ines Urban, Lara Tilly und Dana Brück zu gefallen, anmutig die Junioren und die Aktivengarde. Musikalisch wissen die Hofsänger Akzente zu setzen. Nachdem in der Mitte des Programms Thomas Tomczyk als „Elferratspräsident der zweiten Hälfte“ das Mikrofon übernommen hat, kann auch Bianka Dirk an der Seite von Manuela Flaus als „Schorsch und Luwes“ in die Bütt steigen. In Showtänzen widmen sich die Akteure noch den Themen „Fabelwesen“, „Sport“, „Berühmte Filmpaare“, „Harry Potter“ und „Holland“.

In Sachen Büttenredner und Gesang gab es obendrein noch allerhand Verstärkung von den befreundeten Peiklern aus Differten. Etwa Moni und Erich Meyer in ihrem urigen Sketch zu Versicherungen. Gekrönt vom immer wiederkehrenden Bekenntnis: „Das will ich, das will ich unbedingt haben.“

Beim Tanz mit Bianka Dirk verliert Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen den symbolischen Schlüssel zum Dorfgemeinschaftshaus.
Beim Tanz mit Bianka Dirk verliert Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen den symbolischen Schlüssel zum Dorfgemeinschaftshaus. FOTO: BeckerBredel