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Ausblick für Karlsbrunn
Sie drängt auf raschen Baubeginn

Petra Fretter vor dem Karlsbrunner Jagdschloss – in der ersten Etage des Hauptflügels liegt ihr Büro.
Petra Fretter vor dem Karlsbrunner Jagdschloss – in der ersten Etage des Hauptflügels liegt ihr Büro. FOTO: Thomas Seeber
Karlsbrunn. Karlsbrunns Ortsvorsteherin Petra Fretter (CDU) setzt für Versammlungs-Ort auf Geld vom Land. Von Thomas Annen

Wir treffen Ortsvorsteherin Petra Fretter (58) in ihrem Dienstzimmer im Jagdschloss Karlsbrunn. Im vorigen Jahr ist die CDU-Politikerin vom Südflügel in den ersten Stock des Haupthauses umgezogen. Das neue Büro ist kleiner und nur über eine Treppe zu erreichen. Dafür bietet es einen schönen Ausblick auf den Forstgarten. Mit einem Rückblick beginnt unser Gespräch: 2017 wurde das 300-jährige Bestehen des Ortes gefeiert. Höhepunkt war der Festakt im September. Auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kam nach Karlsbrunn, um zu gratulieren. „Wir waren sehr zufrieden“, versichert Fretter mit Blick auf den runden Geburtstag.



„Karlsbrunner lernen sich und ihr Dorf kennen“, lautete das Motto im Jubiläumsjahr. Gelegenheit dazu gab es reichlich, etwa bei einer Bastelaktion für Kinder, beim Brunnenfest oder beim Open-Air-Dinner. Bei dem Veranstaltungsreigen hat sich wieder mal gezeigt, dass die Dorfgemeinschaft intakt ist. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, pochen die Vereine weiter auf eine neue Versammlungsstätte. Zum Jahreswechsel 2014/15 hatte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) die örtliche Turnhalle wegen massiver Baumängel geschlossen. Der Plan eines Anbaus ans Sportheim hat sich aus finanziellen Gründen zerschlagen, die Realisierung wäre zu aufwändig geworden. Jetzt ist ein Neubau neben dem ehemaligen Warndthotel Waibel vorgesehen.

Die Planung dazu – inklusive Kosten-Kalkulation – sei voraussichtlich Ende Januar fertig, so dass Orts- und Gemeinderat sie im Februar diskutieren können, erläuterte Dreistadt kürzlich im SZ-Gespräch. „Die Zuschüsse vom Land stehen bereit“, sagt Petra Fretter. Jetzt solle so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden.

Nicht nur für den Bau einer neuen Versammlungsstätte ist das Fördergeld genehmigt. Auch für die Sanierung und den Umbau des Jagdschlosses gibt es Zuschüsse. Der Zweckverband Regionalentwicklung Warndt bereitet die Maßnahme zurzeit vor. Laut Bürgermeister kann wohl nach den Sommerferien mit dem Bauen begonnen werden. „Ich glaube, man ist auf einem guten Weg“, sagt Petra Fretter.

Die Erschließung eines kleinen Wohngebietes – wie von der Verwaltung angedacht – befürwortet die Ortsvorsteherin. Sie glaubt, dass die Grundstücke gut nachgefragt würden. Schon jetzt gebe es kaum Leerstände in Karlsbrunn. Stehe ein Haus zum Verkauf, finde sich meist schnell ein Käufer.

Zufrieden ist Fretter mit der Arbeit des Ortsrates. „Es läuft gut“, versichert sie. Um eine möglichst breite Basis zu schaffen, bindet die Ortsvorsteherin den Festausschuss bei wichtigen Entscheidungen mit ein. In ihm sind die Vereine organisiert.

Petra Fretter engagiert sich nicht nur im Orts- und im Gemeinderat, seit Mai 2016 ist sie auch Mitglied des saarländischen Landtags. „Es macht wahnsinnig Spaß“, sagt die Christdemokratin mit Blick auf die „hochinteressante, sehr vielfältige Arbeit“ im Landtag.

Spannend und abwechslungsreich sind auch die Angebote der Karlsbrunner Vereine. Auf Fretters Schreibtisch liegt der aktuelle Veranstaltungskalender des Ortes. Die Aktivitäten, die dort eingetragen sind, reichen von der Winterfreizeit über die Schafschur und den Sauerkrauttag bis zur Plätzchen-Probe. Und auch die Jubiläumsfeierlichkeiten vom letzten Jahr hallen noch nach. Im Juni steht ein großes Helferfest auf dem Programm.