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Sich einmal so fühlen wie Michael Greis

Sich einmal so fühlen wie Michael Greis

St. Nikolaus. Der Puls rast. Die Hände zittern. Der Schuss will sein Ziel einfach nicht finden. Wenn das Licht auf der Anzeige dann doch grün leuchtet, ist der Jubel groß. So ergeht es den Teilnehmern des ersten Sommer-Biathlons am Samstag in St. Nikolaus

 Ein prominentes Duo kurz vor dem Start: Der Ex-Speerwerfer Boris Henry (links) und Sportminister Klaus Meiser.
Ein prominentes Duo kurz vor dem Start: Der Ex-Speerwerfer Boris Henry (links) und Sportminister Klaus Meiser.

St. Nikolaus. Der Puls rast. Die Hände zittern. Der Schuss will sein Ziel einfach nicht finden. Wenn das Licht auf der Anzeige dann doch grün leuchtet, ist der Jubel groß. So ergeht es den Teilnehmern des ersten Sommer-Biathlons am Samstag in St. Nikolaus. Die Veranstaltung, organisiert vom Schützenverein Hubertus und "Butterfly Event", steht unter dem Motto: "Nicht zuschauen - mitmachen!" Und rund 160 Teilnehmer wollen sich einen Tag lang wie die Biathlon-Stars Michael Greis oder Kati Wilhelm fühlen.Die Starter müssen laufend einen Rundkurs von 1000 Metern um den Hartplatz zurücklegen, bevor sie ihre Zielgenauigkeit am Schießstand beweisen. Zunächst sind die Nachwuchs-Biathleten an der Reihe. So wie Maurice Desgranges (8). Zwei Mal muss er am Schießstand aus zehn Metern Entfernung auf die vier Zentimeter großen Scheiben zielen. Augenklappe als HilfsmittelGeschossen wird mit ungebauten Biathlon-Gewehren, die mit Laser funktionierten. Kein leichtes Unterfangen. Zum Vergleich: Weltklasse-Biathleten schießen im Liegend-Schießen auf vergleichbar große Scheiben - allerdings aus 50 Metern Entfernung. Maurice Desgranges, der sich nach dem Zieleinlauf mit einem Schluck Wasser erfrischt, sagt: "Nach der ersten Runde habe ich zu viel gewackelt. Da war ich außer Puste." Er ergänzt lächelnd: "Das Schießen hat aber mehr Spaß gemacht als das Laufen." Dank eines kleinen Hilfsmittels: An seiner Mütze ist eine Augenklappe befestigt. "Da muss ich mich beim Zielen nicht so anstrengen, das eine Auge zu zumachen", erklärt Maurice. Und so räumt er alle Scheiben ab. Nicht ganz so treffsicher zeigt sich der Sportminister des Saarlandes, Klaus Meiser. "Ich mache den Gaudi gerne mit", sagt er. Die Erwachsenen gehen im Staffelwettbewerb an den Start. So bildet Meiser unter anderem mit Speerwerfer Boris Henry ein Team. Henry erfüllt kurz vor dem Start noch einige Autogrammwünsche und beweist dann, dass er nicht nur mit dem Speer, sondern auch mit dem Biathlon-Gewehr umgehen kann. "Wir haben die Prominenten eingeladen, damit die Leute ermutigt werden mitzumachen", erklärt Christian Herr aus dem Organisationsteam. "Dabei sein ist alles" - das ist auch das Motto von Manfred Kerner aus dem "Team Turbo". Er erklärt: "Normal laufe ich Halbmarathon und Marathon. Die Runde von 1000 Metern ist einfach zu kurz für mich", sagt der 72-Jährige. Das Schießen hatte für Kerner eine besondere Tücke. "Meine Brille ist am Schießstand angelaufen."Veranstalter ist zufriedenRund um den Parcours ist derweil für ein ansprechendes Rahmenprogramm gesorgt. Neben einer Hüpfburg für die Kleinsten gibt es ein Regenerationszelt, das der ein oder andere Starter direkt nach dem Zieleinlauf in Anspruch nimmt. Und die, die sich dieses Jahr noch nicht getraut haben mitzumachen, können am Schießstand den Umgang mit dem Gewehr üben. So zeigt sich der erste Vorsitzende des Schützenvereins Hubertus, Andreas Lux, zufrieden. "Die Stimmung ist bei Helfern und Zuschauern gut." Und Manfred Kerner ist sicher: "Diese Veranstaltung wird sich durchsetzen."