Rosseler Haushalt bleibt stark angespannt

Rosseler Haushalt bleibt stark angespannt

Der Gemeinderat Großrosseln hat am Donnerstagabend den Haushalt 2014 verabschiedet und sieht im nächsten Jahr hohe Kosten auf sich zukommen. Die erhöhte Umlage und eine Straßensanierung tragen dazu bei.

Am Ende ging alles recht schnell: Ohne lange Diskussion verabschiedete der Gemeinderat Großrosseln am Donnerstagabend den Haushalt 2014. Offenbar haben die Kommunalpolitiker ihre Hausaufgaben gemacht. Das Landesverwaltungsamt, erläuterte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) in der Rosseltalhalle, habe bereits Zustimmung signalisiert.

Gute Laune versprühte der Verwaltungschef trotzdem nicht. "Ich bin stinksauer", sagte Dreistadt. Ausgelöst wurde der Ärger durch die Ankündigung des Regionalverbandes, die Umlage für Großrosseln im Jahr 2015 auf rund 4,78 Millionen Euro zu erhöhen. Damit muss die Gemeinde knapp eine Million mehr ins Saarbrücker Schloss überweisen als noch in diesem Jahr.

Aufgrund der zusätzlichen Belastung ist ein Ende der Finanznot nicht in Sicht. Kämmerer Daniel Albert präsentierte die Zahlen: Erträgen von 11,5 Millionen Euro stehen im Ergebnishaushalt Aufwendungen von knapp 12,3 Millionen Euro gegenüber. Das voraussichtliche jahresbezogene Defizit beläuft sich damit auf rund 770 000 Euro .

Die gute Nachricht: Das Jahresergebnis fällt um rund 298 000 Euro besser aus als im Vorjahr. Weitere Eckdaten des Haushalts: Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1,8 Millionen Euro , die Nettoneuverschuldung beträgt 70 000 Euro . Bis Ende des Jahres sinken die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 8,81 Millionen Euro . "Die Haushaltslage bleibt weiterhin stark angespannt", erklärte Albert.

Ursprünglich waren im Haushalt mehr Einnahmen eingeplant. Laut dem im September verabschiedeten Investitionsprogramm sollten sich die Anwohner der Feldstraße mit 257 000 Euro an den Kosten für die Erneuerung ihrer Straße beteiligen. Um solche hohen Beiträge zu vermeiden, hatte der Gemeinderat im März 2014 eigentlich eine Gehwegausbaubeitragssatzung beschlossen. Sie ersetzt die bisherige Satzung über die Erhebung von Beiträgen für straßenbauliche Maßnahmen (Strabs). Statt des gesamten Straßenbereichs ist jetzt nur noch der Gehweg beitragspflichtig. Da die Sanierung der Feldstraße aber noch zu Zeiten der alten Straßenausbausatzung geplant wurde, bestand das Landesverwaltungsamt auf den hohen Abgaben der Bürger. Nach einer in der Sitzung beschlossenen Änderung der Satzung über die Erhebung von Ausbaubeiträgen können die Anwohner nun doch aufatmen: Die kostspielige Straßenausbausatzung gilt nicht für die Baumaßnahme vor ihrer Haustür.

Die 257 000 Euro Einnahmen werden also nicht im Haushalt verbucht. Dafür winken aber wieder Mittel aus dem Kommunalen Entlastungsfonds. Kämmerer Albert hofft wie im vergangenen Jahr auf 150 000 Euro .

Mehr von Saarbrücker Zeitung