Feierlichkeiten in Großrosseln : Karussell, Köstlichkeiten und mehr

Zum 38. Mal wurde jetzt das Rossler Dorffest gefeiert. Über zwei Tage ging das Spektakel.

Seit über 50 Jahren pflegen die Bürger von Großrosseln und Petite-Rosselle eine herzliche Partnerschaft. Die Nachbarn treffen sich im Verein, beim Spaziergang oder im Einkaufsmarkt. Und beim zweitägigen Rossler Dorffest wird zusammen gefeiert.

Schon zur offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag zieht es viele Besucher auf die Festmeile. Um die Staatsgrenze kümmert sich niemand, Sprachbarrieren scheint es ebenfalls nicht zu geben.

„Wie geht‘s? „Ça va?“ Man begrüßt sich mit Handschlag oder Küsschen, plaudert über die Urlaubsreise und das perfekte Wetter. Einige gratulieren den französischen Freunden noch zum Titel bei der Fußball-Weltmeistermeisterschaft: „Félicitation!“

Die Grande Nation kann nicht nur weltmeisterlich kicken, sondern auch ausgezeichnet kochen. Oh là là, die aufgetischten Köstlichkeiten lassen Feinschmecker mit der Zunge schnalzen. Couscous und „Krumbawouacht“ werden serviert. Seit ein Uhr am Nachmittag dreht sich das Spanferkel am Stand der Fußballer von Kleinrosseln. Bereits am Vortag trafen sich 40 Helfer bei den Naturfreunden, um insgesamt 450 Kilo Muscheln zu putzen und vorzubereiten.

„Les Amis des Roses“ haben fleißig Kuchen gebacken. „Die Quetschen kommen aus unserem Garten, alles Bio“, versichert Michele Schummer. Sie spendiert dem Gast noch einen Schuss aus der Sahnedose. Ist im Preis mit drin, erklärt die Rosenfreundin. Ebenso wie die Tasse Kaffee. „Schmeckt sehr gut“, schwärmt Kunde Siggi Heimer. Und ordert gleich noch ein zweites Stück.

Auch in Großrosseln legt man sich mächtig ins Zeug: Flammkuchen und Merguez stehen auf der Speisekarte. „Ich hätt‘ gern zwei, gudd gebrood!“, bittet eine Dame am Schwenker-Stand. Kein Problem, wird erledigt. Die einen sind hungrig, die anderen spendabel. „Gib dem jungen Mann mal ein Bier aus!“, schallt es vom Rundstand. Allein auf deutscher Seite engagieren sich zehn Vereine und zwei Gastronomen.

Sicherheit wird groß geschrieben, an den Zugängen gibt es Absperrrungen. In Großrosseln blockieren Container die Durchfahrt, in Petite-Rosselle parkt ein Bagger am Beginn der Festmeile.

Veranstaltet wird die 38. Auflage des Rossler Dorffestes von der Arbeitsgemeinschaft der Vereine des Gemeindebezirks Großrosseln (AVG). Traditionell mit von der Partie: Die Freunde aus dem Nachbarort. In Petite-Rosselle kümmert sich das Office Municipal des Sports et de la Culture (OMSC) um die Organisation. Der Musikverein Rheingold und die Musique Municipale sorgen für einen stimmungsvollen Auftakt. Die Gardemädchen des Karnevalvereins Doll Doll winken mit deutschen, französischen und europäischen Fähnchen.

Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) ist erstmals dabei. Aber natürlich kennt auch er das grenzüberschreitende Motto: Riwwer und niwwer. Der Politiker lässt die deutsch-französische Freundschaft und Europa hochleben. „Haben Sie viel Spaß!“, ruft er den Besuchern zu.

Das zweitägige Fest ist bei Jung und Alt beliebt. Man sieht nicht nur Kinderwagen, mit Rollator oder Rollstuhl lässt sich das Terrain ebenfalls erkunden. Die älteren Gäste plaudern auf den Bänken, und auch der Nachwuchs hat seinen Spaß. Die Jungs und Mädchen toben auf der großen Gummirutsche, fahren Karussell oder lassen sich einen hübschen Kopfschmuck aus Luftballons zaubern. Und Oma spendiert dem Enkel was zum Naschen. „Einpacken wäre nicht nötig gewesen, das isst er sowieso sofort“, erklärt eine ältere Dame am Süßwarenstand. Stimmt.

Trauriger Zwischenfall: Ein Dorffest-Besucher wurde bei einem Unfall schwer verletzt, siehe rechts stehende Meldung.

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