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Tatort Rosselbrücke
Grenzüberschreitende Vermüllung

Der Tatort an der deutsch-französischen Grenze direkt an der Rossel.
Der Tatort an der deutsch-französischen Grenze direkt an der Rossel. FOTO: Klaus Kronauer
Emmersweiler. Ab mit dem Müll über die Grenze? Für Sünder ist die Rosselbrücke in Emmersweiler offenbar ein Anziehungspunkt. Hier ein neuer dicker Fall. Von er und red

Vermüllung macht an Grenzen nicht halt. Sünder hoffen womöglich sogar, der Verfolgung zu entgehen, wenn sie ihren Dreck direkt hinter der Grenze auf anderem Staatsgebiet ablegen. Leserreporter Klaus Kronauer aus Großrosseln schildert uns einen derartigen Fall.


„Als Bürger der Gemeinde Großrosseln erlebt man leider immer wieder beidseits der Grenze illegale Müllentsorgungen“, schreibt Kronauer. „Inmitten der Natur, oder wie in diesem Fall, direkt neben der Straße, den Hang runter in Richtung Rossel.“ Diesen Tatort hat Kronauer kürzlich in Emmersweiler, Forbacher Straße, Grenzübergang in Richtung Frankreich, direkt über die Rossel, entdeckt. Rechts geht dort eine Straße zur Kläranlage, gegenüber befindet sich der Wertstoffhof von Forbach/Marienau.

Diesen Müllhaufen hat Kronauer dokumentiert und aus dem Gefundenen seine eigenen Schlüsse gezogen: „Die aktuellen Bilder zeigen eine Entsorgung, vermutlich eines deutschen Lebensmittelhändlers, direkt im benachbarten Frankreich, da sich dort auch Preisschilder mit deutscher Schreibweise (Bananen, Galia Melone) befinden.“



Vor einigen Wochen sei dort an der gleichen Stelle bereits eine große Menge Bauschutt den Hang hinab gekippt worden. Dieser sei erst vor rund einer Woche vor dieser neuen „Entsorgung“ entfernt worden. Nun habe er hier relativ frische Fleischabfälle und Knochen gesehen, die allerdings bereits sehr stark stänken und im kompletten Umkreis wahrgenommen werden könnten.

Insgesamt sei dieser Bereich am Grenzübergang auf beiden Seiten der Rossel immer wieder mit Müll, Autoreifen, teilweise Kanistern, Elektrogeräten, Möbelteilen und Bauabfällen übersät: „Man muss nur mal ins Gebüsch schauen, was dort alles liegt.“ Was sich im Bereich neben der Straße auf französischer Seite befinde, werde auch immer alle paar Wochen entfernt, aber der Nachschub reiße nicht ab. Eigentlich schon fast täglich finde man dort neuen Müll.

Kronauer macht nun auf diesen Missstand aufmerksam, „damit sich endlich auf beiden Seiten der Grenze mal etwas tut. Schließlich landen auch die einen oder anderen Abfälle dort direkt in der Rossel, oder spätestens, wenn sie den Hang runterrollen. Oder Flüssigkeiten aus den Kanistern, Farbeimern und ähnlichem. Und die Rossel trägt diese Verschmutzungen weiter zu uns nach Deutschland und in die Saar.“

Wir haben Kronauers Informationen mit seiner Zustimmung an die Großrosseler Gemeindeverwaltung weitergegeben. Rathaus-Sprecher Eduard Rupp teilte anschließend mit, die Überprüfung habe ergeben, dass sich der Vorfall auf französicher Seite ereignet habe. Die Gemeinde könne daher nicht direkt etwas tun, aber Bürgermeister Jörg Dreistadt werde mit den Kollegen auf französischer Seite reden.

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Das Preisschild zeigt sich in deutscher Schreibweise.
Das Preisschild zeigt sich in deutscher Schreibweise. FOTO: Klaus Kronauer