Regionalverband langt kräftig zu

Die Gemeinde Großrosseln will im Jahr 2017 rund 2,1 Millionen Euro investieren. Und das mit dem Geld, das voraussichtlich übrig bleibt. 35 Prozent der Gemeindeausgaben fließen bereits in die Umlage an den Regionalverband.

Diesmal hat der Gemeinderat Großrosseln seine Hausaufgaben früh gemacht. Der Haushalt 2017 ist seit Donnerstagabend unter Dach und Fach. In der Rosseltalhalle wurden Ergebnis- und Finanzhaushalt sowie Stellenplan und Haushaltssatzung verabschiedet.

Kämmerer Daniel Albert erläuterte die Eckpunkte: Im Ergebnishaushalt stehen Erträgen von gut 13,4 Millionen Euro Aufwendungen von knapp 14,9 Millionen Euro gegenüber. Das jahresbezogene Defizit beläuft sich damit auf 1,43 Millionen Euro . Das Ergebnis ist um rund 176 000 Euro schlechter als im Jahr 2016.

Die Nettoneuverschuldung beträgt 337 000 Euro , die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhen sich bis Ende kommenden Jahres auf knapp 10,2 Millionen Euro .

Schwer im Magen liegt der Gemeinde die Regionalverbandsumlage. Sie steigt um 414 000 Euro , im nächsten Jahr muss Großrosseln 5,1 Millionen Euro ins Saarbrücker Schloss überweisen. Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) machte die Dimensionen deutlich: 35 Prozent der Gemeindeausgaben fließen in diese Umlage.

Das Investitionsvolumen beträgt 2017 rund 2,1 Millionen Euro . Investiert wird vor allem in Buswartehallen, den Neubau einer Veranstaltungsstätte in Karlsbrunn, den Umbau des Feuerwehrgerätehauses West und die Erneuerung der Schulturnhalle St. Nikolaus.

Die CDU-Fraktion stimmte gegen Ergebnishaushalt und Haushaltssatzung. Sie ist nicht damit einverstanden, dass die Zuwendungen für den Unterhalt der Rasensportplätze von 17 300 Euro auf 5000 Euro sinken.

Ob die Kommunalpolitiker ihre Hausaufgaben nicht nur rechtzeitig, sondern auch ordentlich gemacht haben, entscheidet nun das Landesverwaltungsamt. Erst wenn die Aufsichtsbehörde grünes Licht gibt, ist der Haushalt in trockenen Tüchern. Eine Hürde kann die Gemeinde überspringen: Die Defizitobergrenze, erläuterte Albert, werde nicht erreicht. Eine Genehmigung des Kreditaufnahmebetrags von rund 707 000 Euro stuft er hingegen als "eher unwahrscheinlich" ein. "Die Haushaltslage ist weiterhin stark angespannt und labil", bilanzierte der Kämmerer.