Reeb: "Es ist einfach nur bitter"

Dudweiler. Fabio Jastram fiel an Ort und Stelle zu Boden und blieb liegen. Der Pfiff des Schiedsrichters hatte Sekunden zuvor jegliche Hoffnung des ASC Dudweiler auf den Klassenverbleib zunichte gemacht. 3:4 hatte die Mannschaft gegen den SV Karlsbrunn verloren. Es war für die Spieler aber nicht nur der Abschied aus der Fußball-Verbandsliga, sondern auch der vom ASC

Dudweiler. Fabio Jastram fiel an Ort und Stelle zu Boden und blieb liegen. Der Pfiff des Schiedsrichters hatte Sekunden zuvor jegliche Hoffnung des ASC Dudweiler auf den Klassenverbleib zunichte gemacht. 3:4 hatte die Mannschaft gegen den SV Karlsbrunn verloren. Es war für die Spieler aber nicht nur der Abschied aus der Fußball-Verbandsliga, sondern auch der vom ASC. Der komplette Kader wird den Verein zum Saisonende verlassen. Doch die Reaktion nach dem Spiel war eben nicht die einer Söldnertruppe, die ihr letztes Spiel emotionslos hinnimmt. Selbst die schwarzen Trikots passten. "Das ist denen ja nicht leicht gefallen, die meisten spielen ja schon lange hier", sagte der ebenfalls scheidende Trainer Jörg Reeb.Irgendwo zwischen Pech, Unvermögen und Selbstaufgabe hatte der ASC Dudweiler das Spiel trotz einer 1:0-Führung aus der Hand gegeben. Der SV Karlsbrunn hatte dabei eigentlich nicht den Eindruck gemacht, sich als Mannschaft aus dem vorderen Tabellen-Mittelfeld sonderlich anzustrengen. Doch Dudweiler bot sich an diesem Nachmittag nur allzu gut an. Selbst als Jastram in der 85. Minute noch zum Hoffnung bringenden 3:4 getroffen hatte, wirkten die Dudweiler Bemühungen zu verkrampft und ohne Ordnung. Irgendwann schienen selbst die wütenden Angriffe nur noch verzweifelt. Und dann setzte eben dieser Pfiff jeglicher Hoffnung ein Ende.

"Ich kann meiner Mannschaft noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Sie hat gekämpft, obwohl einige Spieler verletzt waren. Bei manchen, die dann eingesprungen sind, reicht es einfach nicht - und auch das ist kein Vorwurf", sagte Reeb.

Viel mehr erhob er schwere Vorwürfe gegen die sportliche Leitung des Vereins: "Die Mannschaft und ich sind verarscht worden, und deshalb gehen wir. Es gab einfach keine Angebote." Auch Zé Mario und Dominique Banza, von deren Verbleib der zweite Vorsitzende Michael Müller noch unter der Woche ausgegangen war, werden den Verein verlassen. "Ich denke, dass ich nach Auersmacher gehe. Es nicht noch nicht 100 Prozent klar, aber es sieht gut aus", sagte Zé Mario. Er ist nur einer von vielen - selbst der Rest der zweiten Mannschaft soll gehen.

Und trotz des schmerzlichen Abstiegs zum Abschied kam von den Fans kein Vorwurf an die Mannschaft, sondern tröstenden Applaus. "Es tut einfach weh", sagte Zé Mario. Und auch Jörg Reeb wirkte mitgenommen: "Es ist einfach nur bitter." Dem ASC Dudweiler steht nun der komplette Neu-Aufbau bevor. Und das nicht, wie eigentlich geplant in der Verbandsliga, sondern in der Landesliga Südwest. "Die Mannschaft und ich sind verarscht worden, und deshalb gehen wir."

Jörg Reeb,

scheidender Trainer des ASC Dudweiler

Auf einen Blick

Die Kreisligisten SV Güdingen und FV Bischmisheim II haben über die Relegation noch die Chance, in die Bezirksliga aufzusteigen. Der SV Güdingen qualifizierte sich als Tabellenzweiter der Kreisliga A Halberg, der FV Bischmisheim II als Tabellenzweiter der Kreisliga A Obere Saar. Hier hatte vor dem letzten Spieltag auch der FV Fischbach noch die Möglichkeit, Platz zwei zu erobern. red

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