Reaktionsweg im Selbstversuch

Großrosseln. Loslaufen und auf Kommando stehen bleiben, das Ganze in verschiedenen Geschwindigkeiten. So sieht der unspektakuläre Einstieg in das Sicherheitstraining aus. Sinn des Ganzen: Die Kinder sollen merken, dass es selbst bei einer geringen Laufgeschwindigkeit einen Moment dauert, bis sie das Kommando von ADAC-Moderator Volker Geber umgesetzt haben

Großrosseln. Loslaufen und auf Kommando stehen bleiben, das Ganze in verschiedenen Geschwindigkeiten. So sieht der unspektakuläre Einstieg in das Sicherheitstraining aus. Sinn des Ganzen: Die Kinder sollen merken, dass es selbst bei einer geringen Laufgeschwindigkeit einen Moment dauert, bis sie das Kommando von ADAC-Moderator Volker Geber umgesetzt haben. Zeit, in der sie weiterlaufen und einen Reaktionsweg zurücklegen, zusätzlich zum Abbremsen aus dem Lauf. Die Formel "Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg" dürfen sich die Schüler danach selbst aus beschrifteten Schildern zusammensuchen, bis die Reihenfolge stimmt.Im nächsten Schwierigkeitsgrad wird das Experiment auf Fahrrädern wiederholt. Die Spannung unter den Schülern steigt. Wie zu erwarten war, ist der Anhalteweg nun deutlich länger, denn mit dem höheren Tempo des Fahrrads nehmen sowohl Reaktions- als auch Bremsweg zu. Theorie im Selbstversuch mit integriertem Spaß- und Anfeuerungsfaktor. Im finalen Versuch dürfen die Kinder bei Geber im Auto mitfahren und am eigenen Körper die Fliehkräfte einer Vollbremsung aus 50 Stundenkilometern erleben. Klassenlehrerin Maren Zahm hat alle Hände voll zu tun, um Ordnung in ihre Schüler zu bringen, die sich darum reißen, als erste mitfahren zu dürfen. Am Ende wird auch sie unter deren Jubel die Vollbremsung mit quietschenden Reifen als Beifahrerin wagen.Das Programm "Achtung Auto!" des ADAC, gesponsort von Michelin, Opel und TÜV, findet jedes Jahr statt, um Fünftklässler für kritische Situationen im Straßenverkehr zu sensibilisieren. "Verkehrserziehung für Fortgeschrittene" nennt es Maren Zahm. "Das Angebot wird gut angenommen" ergänzt Geber, der wie die anderen Moderatoren ehrenamtlich für das Programm arbeitet, das nach ADAC-Angaben jährlich mehr als 100 000 Schüler erreicht.Am Ende gibt es noch Teilnahmeurkunden für alle. "Und, war's schlimm?" fragt Geber. "Nö, war krass!" ist die Antwort der begeisterten Schüler. Dann geht's zurück zur Schule. Der Unterricht wartet.