Putzteam findet Toilettensitz

Zwar beseitigen viele Karlsbrunner auch das Jahr über Müll in ihrem Wildpark. Dennoch gab es am Samstag immer noch genug für die Teilnehmer der Picobello-Aktion zu tun. Im Anschluss wurden sie mit Lyoner belohnt.

"Es ist schon viel sauberer geworden", sagt Albert Merten während seines Rundgangs um den Wildpark Karlsbrunn . Seit einigen Jahren nimmt er an der jährlichen Picobello-Aktion teil. Diesmal geht er mit Sascha Major die große Schleife um den beliebten Freiluftzoo im Großrosselner Ortsteil. Gerade sonntags seien viele Karlsbrunner hier unterwegs und mit Mülltüten gewappnet, um von sich aus illegal abgelagerten Unrat aufzusammeln: "Das sieht man sehr oft", so Sascha Major. Doch auch wenn Albert Merten und Sascha Major ihren Müllsack diesmal nicht voll bekommen: Die begrüßenswerte Initiative der Bevölkerung, ihren Ort sauber zu halten, macht die landesweite Aktion des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) nicht überflüssig - leider.

"Außer den schon üblichen Dingen, wie Plastikteile in unterschiedlichster Form, Dosen, Glasflaschen und Papier, waren diesmal unter anderem ein Toilettensitz mit Deckel, viele kleinere Wrackteile eines Autos, etliche Lebensmittel und Taschenlampen dabei", erzählt Petra Fretter. Die Ortsvorsteherin organisiert seit vielen Jahren die Picobello-Aktion in Karlsbrunn . Auch in diesem Jahr trafen sich etwa 20 Freiwillige auf dem Festplatz, um in mehreren Gruppen auszuschwärmen und ihren Heimatort von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien.

Der Fokus lag dabei auf den Ortsaus- und -eingängen, der Friedhofsumgebung und "Briggwies" sowie dem Wildpark. "Es ist immer wieder verwunderlich und ärgerlich, wenn man sieht, wie viel Müll einfach aus dem fahrenden Auto geworfen oder in Wald und Wiese von unachtsamen Mitmenschen entsorgt wird", so Petra Fretter. Umso größer sei ihr Dank an diejenigen, die am Samstagmorgen etwa anderthalb Stunden ihrer Zeit dem guten Zweck schenkten. Dafür gab es zum Abschluss Fleischwurst, Flûtes, Mohrenköpfe und Getränke im Kelterhaus.

Besonders hervorheben möchte die Ortsvorsteherin die Mitarbeit der jungen Leute: "Ihr seid ein tolles Beispiel dafür, wie man mit seiner Umwelt umgehen und diese schützen sollte." Wie Anna-Lena (12) und Jonas (14) Haas, die Picobello seit vielen Jahren unterstützen.

Einer der skurrilsten Funde, erklärt Petra Fretter, sei vor wenigen Jahren ein kleiner Tresor gewesen, in dem neben einem Schriftstück mit fremdländischen Zeichen auch kleinere Schmuckstücke gefunden wurden, worauf hin sich der Finder einen Finderlohn erhofft hatte. "Daraus wurde aber nichts", erzählt die Ortsvorsteherin, der Schmuck sei leider nicht viel wert gewesen.