| 20:42 Uhr

Neujahrsempfang
Plädoyer für Selbstbewusstsein

Gut besucht: Neujahrsempfang der Gemeinde Großrosseln in der Rosseltalhalle.
Gut besucht: Neujahrsempfang der Gemeinde Großrosseln in der Rosseltalhalle. FOTO: BeckerBredel
Großrosseln. Arm, aber stolz: Trotz knapper Kasse hat Großrosseln viel für seine Bürger erreicht – so war es beim Neujahrsempfang am Sonntag zu hören. Von Thomas Annen

„Frohes Neues! Gut reingerutscht?“ Die Begrüßung ist herzlich, die Mienen sind entspannt. Viele Hände werden am Sonntag beim Neujahrsempfang der Gemeinde Großrosseln geschüttelt, hier und da gibt es ein Küsschen. Man kennt und schätzt sich, plaudert über Gott und die Welt, über das Wetter oder das knappe Geld. Und blickt schon mal nach vorn. Im Sommer regiert wieder König Fußball. Wer kommt wohl ins Finale der Weltmeisterschaft?


Der Erste Beigeordnete Jörg Steuer (SPD) begrüßt die Gäste in der gut gefüllten Rosseltalhalle, auch Mitstreiter aus Völklingen und den benachbarten französischen Kommunen sind da. Viele Herren tragen Anzug, andere Besucher kommen in Uniform. Und die Kinder des Tanz- und Kreativzentrums Larissa Quinten machen im Ballettkleid eine prima Figur. Ihr engagierter Bühnenauftritt wird mit freundlichem Applaus und süßer Schokolade belohnt.

Die bittere Wahrheit präsentiert dann Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) zu Beginn seiner 25-minütigen Neujahrsansprache. „Auch in 2018 werden Spielräume für Investitionen und freiwillige Ausgaben kaum vorhanden sein“, erklärt der Rathauschef mit Blick auf die Schuldenbremse. Bei jeder Investition und bei jeder Ausgabe rede die Kommunalaufsicht mit.

Ziel bleibe es, mit den geringen Mitteln, die der Verwaltung und dem Gemeinderat zur Verfügung stehen, ein Maximum zu erreichen.

Dreistadt erinnert an die gute Entwicklung der Grundschule, der beiden Kindergärten und der Volkshochschule. Trotz knapper Kassen konnte im vorigen Jahr in die Feuerwehr investiert werden. Ein neues Tanklöschfahrzeug wurde in Dienst gestellt, der Um- und Ausbau der Feuerwache Dorf im Warndt ist bereits weit fortgeschritten. In der Turnhalle St. Nikolaus wurden Boden, Wände und Decke saniert, auf der Tagesanlage Warndt haben sich zwei Gewerbebetriebe neu angesiedelt.



Auf einem guten Weg sieht Dreistadt die geplante Sanierung und den Umbau des Jagdschlosses Karlsbrunn. Mit Blick auf die klaren Forderungen, die mit den Fördermitteln verknüpft sind, warnt er jedoch vor Schnellschüssen. Genauigkeit gehe vor Schnelligkeit.

„Lassen Sie uns mit etwas mehr Stolz auf unsere Gemeinde blicken und dies mit Selbstbewusstsein nach außen tragen“, ruft der Rathauschef den Zuhörern zu. Sein Dank gilt vor allem den ehrenamtlich engagierten Bürgern in Vereinen und Politik.

Zwei von ihnen – Edith König und Rudolf Langer – werden nach der Rede mit der Verdienstmedaille der Gemeinde ausgezeichnet. Edith König betreut Flüchtlinge. Sie gibt den Hilfesuchenden Deutschunterricht, begleitet sie zu Behörden oder hilft bei der Wohnungssuche. Rudolf Langer erhält die Auszeichnung für 49 Jahre Feuerwehr-Mitgliedschaft und sein Engagement als Nikolaus bei den traditionellen Feierlichkeiten in St. Nikolaus.

Auch Feuerwehrehrungen stehen vor dem Umtrunk auf dem Programm. Vier Feuerwehrleute zeichnet Brandinspekteur Tony Bender aus (zwei davon sind aus beruflichen Gründen verhindert):  Bernhard Mank, Markus Schmitt, Natale Muller und Andreas Momper erhalten das bronzene Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande für 25-jährige treue Dienste.

Tanz-Nachwuchs rahmte den Großrosseler Neujahrsempfang mit seinen Auftritten.
Tanz-Nachwuchs rahmte den Großrosseler Neujahrsempfang mit seinen Auftritten. FOTO: BeckerBredel
Verdient um Großrosseln: Edith König.
Verdient um Großrosseln: Edith König. FOTO: Günter Wollscheid
Verdient um Großrosseln: 
Rudolf Langer.
Verdient um Großrosseln: Rudolf Langer. FOTO: BeckerBredel
Bürgermeister Jörg Dreistadt.
Bürgermeister Jörg Dreistadt. FOTO: BeckerBredel