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Naßweiler soll schöner werden
Ortseingänge liegen Bürgern am Herzen

Wer blickt da noch durch? Der Schilderwald am Naßweiler Ortseingang von Frankreich her ist verwirrend – und unschön sowieso.
Wer blickt da noch durch? Der Schilderwald am Naßweiler Ortseingang von Frankreich her ist verwirrend – und unschön sowieso. FOTO: Thomas Annen
Naßweiler. Auf Bürgerwerkstätten stützt sich ein von der EU gefördertes Ortsverschönerungs-Projekt im Warndt. In Naßweiler war jetzt Finale.

Zum Abschluss ihrer Rundreise durch die Großrosseler Ortsteile haben Gerhard Fischer und Anke Klein-Brauer von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Warndt-Saargau am Dienstagabend in Naßweiler Station gemacht. Im Dorfgemeinschaftshaus präsentierten sie Vorschläge, wie das Dorf verschönert werden könnte. „Ortsgestaltung durch Bürgerwerkstätten“, heißt das Leader-Projekt, bei dem die Bewohner nicht nur mitentscheiden, sondern auch mit anpacken. Identität und Zusammengehörigkeitsgefühl sollen gestärkt werden.


Insgesamt 25 000 Euro jährlich stehen für die sechs Großrosseler Gemeindebezirke zur Verfügung – für die Dauer von vier Jahren. Die Gemeinde muss vorfinanzieren, 75 Prozent des Geldes erhält sie als Zuschuss zurück.

Ein Fokus liegt auch in Naßweiler auf den Ortseingängen. An der Zufahrt aus Richtung Emmersweiler will LAG-Projektleiter Fischer auf der rechten Seite das neue Warndt-Logo aufstellen. Auf der anderen Straßenseite könnte ein Holzwappen des Ortes die Besucher begrüßen. Und der rote Querbalken, der dazwischen auf die Fahrbahn aufgebracht wird, hilft womöglich, Raser auszubremsen.



„Sie haben keinen Bezug zur Region“, stellte Fischer mit Blick auf die Bushaltestellen fest. Eine Gestaltung mit Sandstein könnte das ändern. Oder wie wäre es mit einem Wartehäuschen-Anbau ans ehemalige Feuerwehrgerätehaus?

Ein Dorn im Auge sind Fischer die große Werbewand und die Litfaßsäule in der Dorfmitte. „Fürs Ortsbild sind solche Dinge nicht schön“, sagte der Experte. Mehr Werbung wünscht er hingegen für die Wanderwege und den Birkenhof. Entsprechende Schilder könnten Ortsunkundigen bei der Orientierung helfen. An anderer Stelle wäre wohl eine Entschilderung angebracht. Am Ortseingang aus Richtung Frankreich verliert der Autofahrer angesichts der vielen Verkehrszeichen schnell den Überblick. Bei den Infokästen, die zurzeit noch an verschiedenen Stellen stehen, rät Fischer zu einer Bündelung. Außerdem könnten hässliche Container hinter einer Sichtblende verschwinden und neue Ruhebänke aufgestellt werden.

Während der Diskussion brachten die rund 20 Besucher weitere Ideen ein. Vorgeschlagen wurde etwa eine Beleuchtung des Warndt-Logos oder das Aufstellen eines Zunftbaumes. Gegen Ende der Versammlung legten die Bürger ihre Prioritäten fest. Die Ortseingänge erhielten bei der Abstimmung die meisten Klebepunkte, dicht gefolgt von den Haltestellen. Für die Aufenthaltsbereiche sowie die Be- und Entschilderung gab es deutlich weniger Stimmen.

Anschließend trugen sich 18 Besucher in eine Werkstatt-Liste ein, sie wollen sich engagieren. Weitere Bürger, die mit anpacken, sind jederzeit willkommen. Dabei können die Bewohner auf die Unterstützung des Bauhofes setzen, die Gemeinde ist Projektträgerin. Über sie sind die ehrenamtlichen Helfer auch versichert. Mit der Gemeindeverwaltung will Fischer nun prüfen, welche Projekte an welchen Standorten machbar sind.

Bevor in die Hände gespuckt wird, muss man auch noch auf grünes Licht aus dem Umweltministerium warten. Fischer schätzt, dass frühestens Ende Mai, Anfang Juni mit den ersten Arbeiten begonnen werden kann.

Auch wer von Emmersweiler kommt, hat keine Augenweide vor sich. Das neue Warndt-Logo, rechts aufgestellt, könnte den Anblick verbessern.
Auch wer von Emmersweiler kommt, hat keine Augenweide vor sich. Das neue Warndt-Logo, rechts aufgestellt, könnte den Anblick verbessern. FOTO: Thomas Annen
Die Riesen-Werbefläche und die Litfasssäule in der Ortsmitte sind Fachleuten ein Dorn im Auge.
Die Riesen-Werbefläche und die Litfasssäule in der Ortsmitte sind Fachleuten ein Dorn im Auge. FOTO: Thomas Annen