Nur Prinz Willi musste krank zu Hause bleiben

Nur Prinz Willi musste krank zu Hause bleiben

Großrosseln. Ganz Rosseln war gestern Doll-Doll. Denn am Fastnachtsdienstag rollte ein rekordverdächtiger närrischer Umzug durch die Gemeinde. Knapp 23 000 Zuschauer, so schätzt die Polizei, wollten den Umzug mit den knapp 70 Fußgruppen und Motivwagen sehen

Großrosseln. Ganz Rosseln war gestern Doll-Doll. Denn am Fastnachtsdienstag rollte ein rekordverdächtiger närrischer Umzug durch die Gemeinde. Knapp 23 000 Zuschauer, so schätzt die Polizei, wollten den Umzug mit den knapp 70 Fußgruppen und Motivwagen sehen. Somit bringt es der Großrosseler Umzug auf etwa 20 mehr teilnehmende Gruppen als der von der Zuschauerzahl her größte Umzug in Saarbrücken-Burbach.Kein schlechter Start für den neuen Zugführer Hans-Ludwig Karrenbauer, der als Eulenspiegel verkleidet mit Herold Adolf Herth den Zug anführte. Es folgte wie gewohnt der Mottowagen ("Wenn nicht jetzt, wann dann?") mit dem Präsidenten der Großrossler Karnevalsgesellschaft Doll Doll, Karl Fuß. Den ersten kräftigen und stimmungsvollen Paukenschlag setzte die Brassband aus dem benachbarten Ludweiler. Einfach klasse, wie die Musiker in den verrücktesten Manövern kreuz und quer über die Straße marschieren und dabei ihr Lied sauber weiterspielen. Das kann auch die Marching Band Völklingen, die weiter hinten im Zug marschierte. Die Karnevalsgesellschaften aus der Nachbarschaft waren alle dabei: Die Beele's aus Ludweiler, die Braddler aus Geislautern, die Aktionsgemeinschaft Heidstock, die Warndkater aus Dorf im Warndt, Hinne Hott aus Naßweiler und die Kreisler aus Völklingen. Eine etwas weitere Anfahrt hatten die befreundeten Vereine Glasspatzen Wadgassen, Hampitania Bous, KG Pfaffenkopf Dudweiler und Iwwerzwerch Überherrn auf sich genommen. Den schönsten und buntesten Prinzenwagen hatten wohl die Gastgeber von der KG Doll Doll. Schade nur, dass Prinz Willi I. krank zu Hause bleiben und Hofnarr Andreas alleine mit einem Gardemädchen Blumen und Süßigkeiten verteilen musste. Auch viele private Fußgruppen marschierten mit und hatten zum Teil tolle Ideen liebevoll umgesetzt. Wie die Gruppe Müller/Dangel/Steuer/Gerlach/Hümbert mit ihrem Thema "Johannes Heesters macht Filmaufnahmen". Sie glauben, dass der über 100 Jahre alte Star nur noch wie eine Marionette funktionieren kann. Toll auch Meier/Löwenbrück als tapferes Schneiderlein mit seinen sieben Fliegen oder der Mülltonnenverein als Hasen und Igel. Top-Thema der Umzügler war natürlich die Finanzkrise. So bewarben sich die Fußballer aus St. Nikolaus als Vogelscheuchen, um den Pleitegeier zu vertreiben. Gut nur, dass die als Pleitegeier verkleideten Mitglieder des DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) Ludweiler viel weiter vorne mitmarschierten.