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Ortsvorsteher-Gespräche
Neue Pläne für die alte Grundschule

Jörg Steuer auf dem Friedhof des Ortsteils Großrosseln. Dort sind jetzt neue Bestattungsformen möglich.
Jörg Steuer auf dem Friedhof des Ortsteils Großrosseln. Dort sind jetzt neue Bestattungsformen möglich. FOTO: Thomas Seeber
Großrosseln. Großrosselns Jörg Steuer (SPD) hofft auf Umgestaltungen im Ortskern. Einiges, berichtet der 58-Jährige, ist schon fest geplant. Von Thomas Annen

Jörg Steuer, Großrosselns Ortsvorsteher, hat einen vielleicht ungewöhnlichen Ort gewählt fürs Treffen: den Großrosseler Friedhof. Dort wurde ein neues Gräberfeld mit Sitzbänken angelegt. Seit Anfang des Jahres sind neue Formen der Urnenbeisetzung möglich, erläutert der 58-Jährige. Die Asche von Verstorbenen kann zu Füßen von Ahornbäumen, im Rosenfeld oder in einer Stele bestattet werden. „Wir sind froh, dass wir das anbieten können“, sagt der SPD-Politiker. Mit der Änderung der Friedhofssatzung hatte die Gemeinde auf die wachsende Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen reagiert.



Die politischen Gremien haben sich auch mit der ehemaligen Grundschule am Klosterplatz beschäftigt. Nach dem Auszug der Kinder – sie werden nun im Wilhelm-Heinrich-Weg unterrichtet – diente das Gebäude als Sammelunterkunft für Kriegsflüchtlinge. Mittlerweile steht es leer. Steuer erläutert die Pläne: Die Polizei mietet Räume an und verlegt ihre Dienststelle von der Bahnhofstraße hinters Rathaus. Es gibt schon weiterführende Überlegungen: Ein Durchbruch soll zwei Klassenräume zu einem großen Sitzungssaal verbinden. Dort könnten künftig der Gemeinderat, seine Ausschüsse und der Großrosseler Ortsrat tagen. Nur bei der öffentlichen Beratung von brisanten Punkten mit großem Zuschauerinteresse wäre noch ein Umzug in die Rosseltalhalle nötig. Die Vereine, die dort üben, müssten dann nicht mehr für die Sitzungen der Politiker das Feld räumen. Das Gleiche gilt für die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt. In die ehemalige Grundschule soll auch der Kleiderladen der evangelischen Kirchengemeinde einziehen. Außerdem vorgesehen: Büroräume für die  Gemeinderatsfraktionen, ein oder zwei Probenräume für den Musikverein Rheingold sowie Lagermöglichkeiten für den Musikverein und den Karnevalverein Doll Doll.

Veränderungen gibt es auch beim in die Jahre gekommenen Clubheim der Fußballer des SC Großrosseln. Im September beschloss der Gemeinderat, Geld für die Anschaffung eines WC-Containers als Ersatz für die maroden Toiletten ins Investitionsprogramm einzustellen. Im Frühjahr soll die Maßnahme umgesetzt werden. „Sobald das Wetter mitspielt“, erklärt Steuer.

Ein Dorn im Auge sind den Bürgern die Verkehrsrowdies, die die Durchgangsstraße L 164 als Rennstrecke missbrauchen. Die Raser sollen nun ausgebremst werden. Im Rahmen der interkulturellen Zusammenarbeit überwacht die Stadt Völklingen seit Jahresbeginn den ruhenden und fließenden Verkehr in Großrosseln. Steuer erhofft sich auch eine Entspannung bei den Kurzzeitparkplätzen in der Geschäftsmeile – die werden immer wieder von Dauerparkern blockiert.

Problematisch bleibt die Verkehrssituation rund um die Eisenbahnunterführung in der Bahnhofstraße. Dort gibt es mehrere Zufahrten zu Einkaufsmärkten, die Lage ist unübersichtlich. Steuer plädiert für den Rückbau der Eisenbahnbrücke und des Bahndamms Richtung Emmersweiler. Durch die Öffnung des Geländes würden mehr Möglichkeiten zur Verkehrsgestaltung geschaffen.

Gegen Ende des Gesprächs verweist der Ortsvorsteher noch auf eine geplante Verschönerungsmaßname: Mit Fördermitteln soll der Ortseingang in der Ludweilerstraße attraktiver gestaltet werden.