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Naßweiler: Über 1000 Teilnehmer beim Toughrun

Toughrun in Naßweiler : „Möge der Matsch mit dir sein“

Hier macht sich jeder die Hände schmutzig: Beim Toughrun in Naßweiler trotzten die Teilnehmer der Natur – und dem inneren Schweinehund.

Zehn Hindernisse, zwölf Kilometer und eine ganze Menge Dreck. Unter dem Motto „Ab in de Batsch“ lockte der Tough­run über 1100 Teilnehmer am vergangenen Samstag auf die Motocross-Strecke in Naßweiler. Jeder einzelne, egal ob Mitglied von „Team Atemnot“, „I love you so, Matsch!“ oder „Möge der Matsch mit dir sein“, hatte ein Ziel vor Augen: den Kampf gegen die Natur und den inneren Schweinehund. Und dabei eine ganze Menge Spaß haben.

Drei Mal mussten die Teilnehmer eine rund vier Kilometer lange Strecke mit zehn Hindernissen überwinden. Auf sie warteten unter anderem die „Glory Mountains“, ein riesiger Berg aus Strohballen, das „Battlefield“, eine Station mit Reifenhindernis, Hangelstrecke und Stacheldraht zum Drunterdurchkriechen, wie man sie aus Ausbildungsvideos des US-Militärs kennt. Und zum Abschluss die „Walls of Honor“, an denen sich tolle Szenen abspielten.

„Du siehst aus wie e gestrandeter Wal“, motivierte ein Läufer seinen Kollegen, welcher sich gerade über die dritte der rund 1,50 Meter hohen Mauern wälzte. „Eigentlich könnt ich hier jo e Salto drüber mache“, meinte ein anderer, entschied sich dann aber doch für den gemäßigten Abstieg mit den Füßen voran. „Ich hab ma die Brust gequetscht“, rief eine weitere Läuferin ihren Freundinnen zu und begann lautstark zu lachen.

Die Wände forderten ihren Tribut. Sie waren der „Endgegner“ auf der Schleife. Aber unabhängig von Schmerzen im Oberkörper oder nicht kürreifer Performance beim Übersteigen der Wände: Alle Läufer rafften sich noch ein letztes Mal auf, um die letzten 300 Meter in Richtung Start-Ziel-Bereich in Angriff zu nehmen und sich dort – angefeuert von den United Emerald Cheerleaders des TV Jägersburg – von den vielen Zuschauern beim Zieleinlauf feiern zu lassen.

Zwar erstrahlten ihre Textilien nicht mehr so farbenfroh wie noch einige Stunden zuvor, eher waren Haut und Kleidung in ein natürliches Matsch-Braun verfärbt. Aber das war so schließlich eingeplant. „Sonst kann man sich nirgendwo so dreckig machen“, witzelte zum Beispiel Michael Traut vom Team „Back im Dreck“. Er war wie sein Kollege Ralf Hotz zum fünften Mal extra aus der Südeifel angereist, um sich im Dreck zu wälzen. Ihr drittes Team-Mitglied, Johannes Thieltges, war zum dritten Mal dabei.

„Das Bier war auf jeden Fall das größte Hindernis“, ulkte die Gruppe aus der Nähe von Bitburg, die unter dem Motto „Mario Kart“ den Preis für die beste Verkleidung zum zweiten Mal infolge abräumen konnte. Sie hatten in Anlehnung an das bekannte Videospiel ein Kart gebaut, sich die passende Konstruktion umgehängt, die passenden Outfits der Videospielfiguren Bowser, Yoshi und Mario inklusive, und damit den Tough­run bezwungen. „Letztes Jahr auf dem Rückweg haben wir schon überlegt, was wir machen können. Wir mussten das Vorjahr toppen“, erklärte Ideengeber Hotz rückblickend, als sie mit einer „Ghostbusters“-Verkleidung schon als kreativste Köpfe geehrt wurden. „Die Mario Kart-Geschichte war schon im Gespräch. Als es dann hieß, dass der Lauf auf einer Motocross-Strecke stattfinden wird, war die Entscheidung klar“.

Über den Boden robben, unter einem Drahtzaun hindurch. Der Toughrun ist eine schweißtreibende Sache. Nina (37) aus Zewen atmet kurz durch. Foto: Thomas Wieck

Nicht nur aufgrund der Auszeichnung war Hotz von dem Erlebnis erneut überzeugt. „Ein großes Lob an den Veranstalter“, meinte er und betonte, dass eine Teilnahme im kommenden Jahr schon jetzt fest eingeplant sei. Nur, was ihr Outfit betrifft, müssten die drei sich noch einmal zusammensetzen.