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Naßweiler meldet „Nachholbedarf“ an

An dieser Straße wünscht sich Naßweilers Ortsrat einen Fuß- und Radweg. Archivfoto: Jenal
An dieser Straße wünscht sich Naßweilers Ortsrat einen Fuß- und Radweg. Archivfoto: Jenal
Naßweiler. Über Jahre hatte Großrosselns Ortsteil Naßweiler zu leiden durch den französischen Bergbau unter dem Ort. Nach dessen Ende verging ein Jahrzehnt, bis man sich mit den Franzosen auf eine Entschädigung einigte. Jetzt fordert der Ortsrat Investitionen der Kommune – für einen neuen Start. Thomas Annen

Die Gemeinde Großrosseln will im kommenden Jahr in die Herstellung der Straßen und Gehwege im Neubaugebiet Am Hirtengraben und in die Erneuerung der Straßen Nassaustraße und Im Jungholz investieren, später ist dann die Straße Bremerhof an der Reihe. Mit Fördermitteln des Bundes kann das Dorfgemeinschaftshaus energetisch saniert werden. Und die 1,5 Millionen Euro Entschädigung, die von der Charbonnages de France (CdF) gezahlt wurden, helfen bei den anstehenden Kanalsanierungen. Der Ortsrat Naßweiler stimmte in seiner Sitzung am Montagabend den im Kernhaushalt und in der Sonderrechnung Abwasser vorgesehenen Maßnahmen zu.

Darüber hinaus meldeten die Kommunalpolitiker des Großrosseler Ortsteils aber zusätzliche Wünsche an. Wegen der durch den französischen Bergbau verursachten Schäden, so lautete die Begründung, bestehe in Naßweiler noch großer Nachholbedarf. Und auch der fast ein Jahrzehnt dauernde Streit mit der Charbonnages de France um Entschädigungszahlungen, erläuterte Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen (SPD ), habe viele Aktivitäten und Maßnahmen im Gemeindebezirk verhindert.

Geht es nach dem Ortsrat, werden im kommenden Jahr 15 000 Euro für die Neugestaltung des Kirmesplatzes eingestellt. Den benachbarten Kinderspielplatz wollen die Kommunalpolitiker 2017 für 20 000 Euro wieder in Schuss bringen lassen.

Für die Ertüchtigung des Sportplatzes sollen im kommenden Jahr 25 000 Euro eingeplant werden. Da die dortigen Schäden zumindest zum Teil auf den Bergbau zurückzuführen seien, setzt man dabei auf Mittel aus dem Entschädigungsfonds. In die Erweiterung der Straßenbeleuchtung sollen von 2016 bis 2019 jeweils 2500 Euro investiert werden.

Außerdem sprechen sich die Fraktionen für den Bau eines Rad- und Fußweges entlang der Landstraße 164 aus. Sollte dies in den Zuständigkeitsbereich des Landes fallen - die Straße ist eine Landesstraße -, bittet der Ortsrat die Gemeindeverwaltung, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Mit den Ergänzungen wurde das Investitionsprogramm für die Jahre 2015 bis 2019 einstimmig angenommen. Jetzt hat der Großrosseler Gemeinderat dazu das Wort.