Mitreißend gespielte Balladen

Der Sportverein Emmersweiler kann mehr als Fußball. Berühmt sind die kleinen, aber feinen Konzerte im Clubheim. Mit dem Duo Frozen North hat Vereinschef Manfred Dörr wieder passende Akteure gefunden.

Um auch in kleinen Clubs die eigenen Lieder live spielen zu können, haben die britischen Musiker Paul Eastham (Gesang, Akustikgitarre und Piano) und Chris Barnes (Background-Gesang und Percussion) ein Duo aus dem von ihnen gegründeten Band-Projekt Coast ausgekoppelt. Frozen North heißt das Duo, das sich der Spielart "Unplugged" widmet und im Sporttreff Emmersweiler spielte. Einem eben solchen kleinen Club, maßgeschneidert für ein solches Projekt. Gut 50 Zuhörer wollten das erleben. "Und das an einem Mittwochabend, da kann man fast von ,ausverkauft' sprechen", so Organisator Manfred Dörr.

Los geht es aber mit eine Panne. Paul ist eine Saite gerissen, nachdem er nur einige Akkorde gespielt und noch keinen Ton gesungen hat. Etwa zwei Minuten braucht der Künstler, um die Saite zu ersetzen und zu stimmen. Dann legt das Duo los. Selbstverständlich mit einem Coast-Song, einer gefühlvollen Ballade. Eine weitere Eigenkomposition passt prima in die Region: "Es geht um Bergarbeiter in Nordengland", so Paul in seiner Muttersprache. Das energiegeladene Lied reißt mit. Mit Gesten fordert der Künstler zum Mitsingen auf. Der Text ist so einfach wie die Melodie: "Oho - oho".

Danach ist Zeit, die trockenen Kehlen zu ölen - und zwar mit Guinness, wie es sich für eine "Scottish Night" im Emmersweiler Sporttreff gehört. Stilecht mit 70 Prozent Stickstoff gezapft, wie Dörr informiert und der cremige Schaum belegt. "Prost", fordern die Musiker jetzt auf Deutsch auf und heben ihre Gläser. Gerne treiben sie auch Späße. Wie ein übertriebenes tiefes Luftholen nach einem lange gehaltenen Ton. Oder in den Ansagen: "This is from Hansi Hinterseer ", so Paul. Ist beim ersten nachinterpretierten Titel des Abends aber nicht der Fall. Richtig ist, dass es von Henry John Deutschendorf, besser bekannt als John Denver, handelt. Der Text ist so bekannt wie die Melodie seiner Hymne über die US-amerikanischen Landstraßen: "Take me Home, Country Roads." "Walking in Memphis" gibt es hinterher. Und weitere "Prost".

Wen Paul bisher mit seinem Gitarrenspiel begeistert hat, der staunt nicht schlecht, als der Brite seine Gitarre zur Seite stellt und sagt: "Eigentlich ist das Piano mein Hauptinstrument." Was der ausgebildete Konzertpianist Sekunden später eindrucksvoll belegt. "This is from Bob Dylan ", sagt er jetzt wahrheitsgemäß und kündigt "Knockin on Heaven's Door" an - und das klingt jetzt nach Elton John . "Saustark", wie Dörr meint. Aber noch lange nicht das Beste: "Das kommt zum Schluss, hat Paul mir versprochen: American Pie."

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