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"Mit dem Wahlkampf muss jetzt Schluss sein"

"Mit dem Wahlkampf muss jetzt Schluss sein"

Großrosseln. Am Tag nach der Stichwahl ums Großrosseler Bürgermeisteramt, die Jörg Dreistadt (SPD) überlegen gewonnen hat: "Ich freu' mich immer noch", sagt Dreistadt am Telefon. Er ist gerade auf Nachmittagstour durch die Gemeinde, zu den eigenen Wahlplakaten. Nicht, um sie abzuhängen. Sondern um "Danke"-Zettel draufzukleben

Großrosseln. Am Tag nach der Stichwahl ums Großrosseler Bürgermeisteramt, die Jörg Dreistadt (SPD) überlegen gewonnen hat: "Ich freu' mich immer noch", sagt Dreistadt am Telefon. Er ist gerade auf Nachmittagstour durch die Gemeinde, zu den eigenen Wahlplakaten. Nicht, um sie abzuhängen. Sondern um "Danke"-Zettel draufzukleben. Welche Erklärung hat er für die Höhe seines Wahlsiegs? Er antwortet diplomatisch: "Ich denke, dass das Team gut war und dass das Programm gut war." Und dass die SPD landesweit im Aufwind sei, "hat mir sicherlich auch nicht geschadet". Nur einen Schwenk zur CDU gönnt er sich: Der politische Gegner habe, nach einem sonst fairen Wahlkampf, kurz vor der Stichwahl "Brandbriefe geschrieben mit persönlichen Angriffen - das kam nicht gut". Und: Es sei unfair, Bürgermeister Peter Duchene (CDU) als Wahlverlierer hinzustellen, denn "Duchene stand nicht zur Wahl".Was wird er zuerst anpacken im neuen Amt? Dreistadt nennt ein Thema, das schon jetzt brandaktuell ist: die Kindergärten in Dorf im Warndt und Naßweiler, "wir haben mit beiden ja massive Probleme". Die von der Landesregierung kurzfristig verfügte Fördergeld-Sperre sei inakzeptabel, "wir als normale Kommunalpolitiker waren überhaupt nicht vorgewarnt". Dreistadt setzt nun auf breite Rosseler Gegenwehr, "ich hoffe, dass alle Parteien das miteinander hinbringen". Die Kindergartenpläne des Rathauses, bestätigt er, seien noch nicht weit gediehen, bauen könne man damit noch nicht. Das gelte auch für Naßweiler, obwohl der Rat den dortigen Neubau bereits im Sommer beschlossen hatte - "das finde ich nicht in Ordnung". Ein Vorwurf an die Verwaltung? "Ein Vorwurf an den Bürgermeister."Duchene hatte vor der Stichwahl erklärt, er wolle seinen Nachfolger, "wer es auch wird", sofort einbinden in wichtige Entscheidungen. Dieses Angebot, sagt Dreistadt, werde er annehmen. Auch da, wo er, wenngleich noch gar nicht im Amt, unangenehme Entscheidungen mittragen müsste? Dreistadt antwortet grundsätzlich: "Wir haben zwei Jahre ständig gewählt und dadurch nicht gerade die tollste Bewegung in der Politik gehabt. Damit muss jetzt Schluss sein."

RückschauBei der Bürgermeisterwahl in Großrosseln hat Jörg Dreistadt (SPD) mit 68,8 Prozent der Stimmen gegen den ersten Beigeordneten Fred Schuler (CDU) gesiegt. Eine ähnliche Konstellation gab es vor acht Jahren: Da gewann Peter Duchene (CDU) mit 65,8 Prozent gegen den ersten Beigeordneten Hans-Werner Franzen (SPD). Doch während Franzen 2002 trotz Niederlage wenigstens in seinem Heimatort Naßweiler die Nase vorn hatte, setzte sich der jetzige Sieger in allen sechs Ortsteilen klar durch, auch in Schulers Wohnort Großrosseln. dd