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Mit dem Fahrrad ans Nordkap und um die Ostsee herum - Teil 2

Mit dem Fahrrad ans Nordkap - Teil 2 : Trotz mancher Sprachprobleme: Hilfe gab’s überall

Sicher gab es auf seiner großen Radtour zum Nordkap und zurück nach Großrosseln auch eine gehörige Portion Verständigungsprobleme für Artur Palm. Doch man merkt, dass der ehemalige Betriebsschlosser der Saarstahl-Stranggussanlage ohne Probleme auf andere Menschen zugeht, „und wenn mir einer nicht weiterhelfen kann, dann frage ich halt den Nächsten“.

Das brachte ihn dann – ohne Hilfe eines Navigationsgerätes, sondern nur mit Karte – ans Ziel und zurück und auch zu freundschaftlichen Begegnungen. Etwa mit dem Finnen, der froh war, seine Deutschkenntnisse an den Mann zu bringen und Palm ein paar örtliche Sehenswürdigkeiten zeigte. Oder im polnischen Grudziadz. Dort nahm eine Frau, die er nach einer Karte fragte, mit zum Deutsch sprechenden Vater, der ihn gleich mit einem „Bub, setz dich mal, trink einen Tee“ begrüßte. Und auch bei der Panne in Schweden mit den ausgerissenen Speichen: Zwei Tage lang hatte er sein schwer beladenes Rad je 20 Kilometer geschoben, um dann, mit Blasen an den Füßen, in einem Fahrradgeschäft zu stehen, das kein passendes Hinterrad hatte. „Da hatte ich schon die Flemm“, bekennt Palm. Doch dann zückte ein Wildfremder, der ein paar Brocken Deutsch sprach, vor einem Hotel sein Handy, telefonierte und fand heraus, dass ein paar Kilometer weiter im nächsten Ort das passende Rad zu haben war.

Meistens übernachtete Artur Palm im Freien. In Schweden schützte ihn ein improvisiert aufgebautes Moskitonetz vor tausenden Mücken. Foto: Artur Palm

Überhaupt das Radfahren: Gerade in den skandinavischen Ländern seien die Autofahrer viel rücksichtsvoller den Radlern gegenüber als in Deutschland. Und fast überall seien die Rad-Routen besser ausgeschildert als bei uns. Und andere Länder, andere Regeln: Verwundert stellte Palm in Litauen fest, dass dort die Radfahrer auch auf dem Standstreifen der Autobahn fahren dürfen.