Marlo Thinnes gibt Klavierkonzert in der Rosseltalhalle

Marlo Thinnes gibt Klavierkonzert in der Rosseltalhalle

Ludweiler/Großrosseln. Völlig fertig sitzt er auf seinem Klavierstuhl, der Schweiß rinnt ihm von der Stirn, er wirkt völlig ausgelaugt, aber sehr zufrieden. Marlo Thinnes hat gerade seine täglichen Übungsstunden am Flügel zu Hause in Ludweiler beendet. "So um die sechs bis acht Stunden am Tag müssen schon sein" sagt er

Ludweiler/Großrosseln. Völlig fertig sitzt er auf seinem Klavierstuhl, der Schweiß rinnt ihm von der Stirn, er wirkt völlig ausgelaugt, aber sehr zufrieden. Marlo Thinnes hat gerade seine täglichen Übungsstunden am Flügel zu Hause in Ludweiler beendet. "So um die sechs bis acht Stunden am Tag müssen schon sein" sagt er. Vor allem jetzt, da er sich - nachdem er vor Kurzem sämtliche Chopin-Etüden in drei Konzerten spielte - auf einen Klavierabend in der neuen Rosseltalhalle in Großrosseln vorbereitet. "Dieses Konzert liegt mir ganz besonders am Herzen, denn mein Vater ist gebürtiger Rossler, und in der alten Warndtburg habe ich meine ersten Erfahrungen als Musiker gemacht", erzählt er. Damals war Marlo Thinnes erst vier Jahre alt. Sein Vater Waldemar hatte in den 50er Jahren die Musikschule Völklingen-Warndt und Oberes Köllertal gegründet. Sie war jahrelang eine der größten privaten Musikschulen im Südwesten. Als Waldemar Thinnes 1994 plötzlich starb, musste der damals 18-jährige Marlo von heute auf morgen die Schule und das Orchester übernehmen. Harter Weg zum Musiker"Auch damals probten wir noch in der Warndtburg und bereiteten uns vor allem auf die großen Weihnachtskonzerte in der Kongresshalle in Saarbrücken vor", erzählt Thinnes. Die Musikschule Völklingen-Warndt gibt es auch heute noch, aber die Zeit der großen Akkordeonorchesters ist vorbei. Außerdem musste sich Thinnes auf seine Berufsausbildung konzentrieren. "Ich wollte mit aller Macht Konzertpianist werden", erzählt er. Dafür nahm er einiges in Kauf. Er war Schüler und gleichzeitig Lehrer. "Ich musste einen Schulabschluss nachholen, der mir das Studium an einer Musikhochschule ermöglichte." Gleichzeitig gab er selbst Musikunterricht, um das Studium zu finanzieren. Neben verschiedenen Lehrern wie Balint Santa, Swjatoslav Kanske und Robert Leonardy war "mein wichtigster Lehrer allerdings Professor Jean Micault, der selbst Schüler und später Assistent des weltberühmten Pianisten Alfred Cortot war", sagt Thinnes. Er erhielt ein Stipendium der Bruno- und Elisabeth-Meindl-Stiftung. Zudem nahm er an Klavierwettbewerben teil und errang dabei nationale und internationale Preise. "Ich habe in den vergangenen Jahren dafür sehr hart gearbeitet und kann heute stolz sein auf das, was ich erreicht habe", betont er. Seine Aufbaustudien schloss er mit Auszeichnung ab, und so dürfen sich die Besucher des Konzertes am kommenden Samstag auf einen ganz besonderen Klavierabend freuen. "Ich werde die Toccata in d-Moll von Bach-Busoni und die Sonate op. 10 Nr. 3 in D-Dur von Beethoven spielen. Aber auch eine Auswahl einiger Chopin-Etüden und eine Fantasie über Bizets Oper Carmen habe ich vorgesehen", gibt er einen Einblick und das Programm. Von der Akustik in der neuen Rosseltalhalle schwärmt er regelrecht. "Man hat nicht oft das Glück, in einem Saal zu spielen, in dem die Akustik dem Klavierklang so entgegen kommt. Ich bin mir sicher, dass es den Zuhörern gefallen wird." Das Konzert beginnt am kommenden Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr. Karten gibt es zum Preis von 15 Euro im Vorverkauf beim Schuhschnelldienst Roman Hümbert in der Ludweilerstraße Großrosseln.

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