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Marius Görgen vom SC Großrosseln setzt sich für sehr kranke Kinder ein

Serie Menschen im Regionalverband : Der harte Verteidiger tut gern Gutes

Fußballer Marius Görgen vom SC Großrosseln setzt sich abseits des Platzes für schwerkranke Kinder ein.

Normalerweise ist Marius Görgen ein beinharter Verteidiger beim SC Großrosseln. Er ist Kapitän seiner Mannschaft und lehrt so gut wie alle Stürmer in der Fußball-Verbandsliga Südwest das Fürchten. Doch der 29-jährige Abwehrspieler hat auch eine sehr weiche und beschützende Seite. „Wenn man sich die Schicksale der Kinder im Kinderhospiz ansieht, dann ist das sehr ergreifend. Oft realisiert man gar nicht, wie gut es einem selber geht. Wir müssten  viel mehr für kranke Kinder und generell für hilfsbedürftige Menschen tun“, sagt er.

Mit ein paar Mannschaftskameraden war er in diesem Sommer zu Besuch beim Kinderhospiz- und Palliativteam Saar in Merchweiler. Der SC Großrosseln spendete 1000 Euro für die Kinder. Die Idee zu der ganzen Aktion hatte Marius Görgen selbst. Er spazierte im Mai zwei Wochen vor Christi Himmelfahrt mit seiner Freundin früh am Morgen über die Felder bei Großrosseln. Die beiden unterhielten sich über das Frühstück und wie schön es wäre, wenn sie jetzt nach Hause kämen und der Tisch schon gedeckt wäre.

„Mir kam plötzlich der Gedanke, dass bestimmt viele darüber glücklich wären, wenn man ihnen das Frühstück nach Hause bringt. Damals war noch Lockdown-Zeit, und die Menschen sollten wegen Corona sowieso das Haus nicht ohne triftigen Grund verlassen“, erinnert sich der Großrosselner, der in Völklingen geboren ist. Er hat in der Jugend beim SV Röchling  Völklingen Fußball gespielt, wechselte aber mit 18 Jahren zum SC Großrosseln und ist bereits während seiner gesamten Aktiven-Karriere beim SC. „Das ist mein Verein. Mir gefallen das Umfeld und die ganzen Menschen hier. Ich habe mir auch nur ein paar hundert Meter vom Sportplatz entfernt ein Haus gekauft. Wenn schon, dann richtig“, sagt Görgen. Seine Idee, anderen Leuten das Frühstück zu bringen, ließ ihn nicht mehr los. Er erzählte seinen Mannschaftskameraden und dem Vorstand des Clubs von seinem Plan. „Die Idee war, jedem der sich meldet und Lust darauf hat, Baguettes, Brötchen und Croissants zu bringen“, sagt Görgen.

Seine Vereinsfreunde fanden die Idee super und wollten helfen. Und die Menschen aus der Umgebung fanden das Vorhaben auch nicht schlecht. „Es haben sich mehr als 200 Haushalte aus dem ganzen Warndt und darüber hinaus gemeldet. Wir haben auch Anfragen aus Saarbrücken bekommen. Es war schon ein bisschen Arbeit, da die ganzen Anfragen bei mir eingingen“, berichtet der Sportsmann. Als Kommissar hat er das Helfen ohnehin zu seinem Beruf gemacht. Und er fand genügend Menschen, die ihm halfen. Beim SC Großrosseln packten an Christi Himmelfahrt etwa 30 Leute mit an, als die Aktion gestartet wurde. Die Waren mussten eingekauft und im Clubheim portioniert werden. Mit zehn Autos fuhren die Großrosselner Sportler dann los und belieferten am Morgen alle Menschen mit Frühstück, die sich gemeldet hatten.

„Die Leute waren sehr glücklich und dankbar. Ganz viele haben uns mehr Geld gegeben, als sie mussten. Leider konnten wir uns mit den Menschen wegen Corona nicht richtig unterhalten“, blickt Marius Görgen auf die Aktion zurück. Am frühen Nachmittag waren die Fußballer fertig, und in der Kasse war ein Gewinn von 1000 Euro. „Die ganze Aktion hat uns allen großen Spaß gemacht, und wir wollten das Geld nicht behalten. Ich habe mich informiert und bin auf das Kinderhospiz- und Palliativteam Saar gestoßen. Es kann das Geld sehr gut gebrauchen“, sagt der beinharte Verteidiger mit dem großen Herzen.

Mit ein paar Spielern aus seiner Mannschaft möchte Marius Görgen beim nächsten Sommerfest des Kinderhospiz- und Palliativteams Saar den Grill anwerfen und vor Ort helfen. Und für 2021 ist an Vatertag die zweite große Frühstückstour des SC Großrosseln geplant.