Kinder machen Karlsbrunn sauber

Karlsbrunn. Mit Müllsäcken und Greifzangen bewaffnet zogen die Karlsbrunner am Samstagmorgen durch ihren Ort. Kinder und Erwachsene jeden Alters waren früh aufgestanden, um im Rahmen der Picobello-Aktion Karlsbrunn auf Vordermann zu bringen. Rund um den Wildpark, den Weiher, den Friedhof, den Ortseingang sowie an Böschungen wurde gesäubert, was das Zeug hält

Karlsbrunn. Mit Müllsäcken und Greifzangen bewaffnet zogen die Karlsbrunner am Samstagmorgen durch ihren Ort. Kinder und Erwachsene jeden Alters waren früh aufgestanden, um im Rahmen der Picobello-Aktion Karlsbrunn auf Vordermann zu bringen. Rund um den Wildpark, den Weiher, den Friedhof, den Ortseingang sowie an Böschungen wurde gesäubert, was das Zeug hält. "Gerade die Böschungen sind immer Schatzkammern für außergewöhnliche Funde", erklärte Ortsvorsteherin Petra Fretter. Und da machte sich der kleine Florian Armbrüster schon Hoffnung, einen 20-Euro-Schein oder eine verlorene Geldbörse zu finden, um sein Taschengeld ein bisschen aufzubessern. Auch, wenn dies nicht ganz im pädagogischen Sinne war. "Bei dieser Aktion lernen die Kids, dass man Müll nicht einfach auf der Straße oder im Wildpark fallen lässt, weil er dann überall herumliegt und der Umwelt schadet", sagt Florians Vater Frank Armbrüster. Das sieht auch Hanne Tries so: "Die Aufräumaktion ist eine gute Möglichkeit, das Umweltbewusstsein der Kinder zu stärken." Dass manche Kinder schon genau Bescheid wissen, zeigt die neunjährige Sophie Wartenpfuhl: "Ich möchte nicht, dass die Umwelt verschmutzt wird. Deshalb helfe ich hier mit." Vor allem der Schutz der Tiere liegt ihr am Herzen. "Von dem Müll können die Tiere krank werden, und das möchte ich nicht." Recht hat sie, denn oftmals landen sogar Nylontüten im Gehege des Karlsbrunner Wildparks. Die Tiere verwechseln die Nylontüten dann mit ihrem Futter und können daran sogar sterben. Das will auch Sarah Blatter nicht. "Die Tiere dürfen nicht krank werden", erklärte sie voller Mitgefühl. Auch Thorsten Kölner war mit seinen drei Kindern bei der Aufräumaktion am Start: "Wir sind erst vor einem halben Jahr hergezogen, und dies ist eine tolle Möglichkeit, Leute kennen zu lernen." Schmunzelnd fügt er hinzu: "Außerdem sind meine Kinder auch nicht gerade Engel, was Müll angeht." Doch egal ob Gemeinschaftsgefühl, Spaß, Pflichtbewusstsein oder der Glaube an tolle Funde - hoch motiviert waren alle an diesem Samstagmorgen. Und einen zumindest seltsamen Fund konnten die Sammler verzeichnen: Ein T-Shirt und eine Hose wurden gesichtet. Da hatte sich wohl jemand kurzerhand seiner Kleider entledigt.