Keine Trauer um die alten Räume

Mitten in Großrosseln lag ihr Arbeitsplatz – dann machten die Bauhof-Mitarbeiter Platz für neue Einkaufsmärkte und zogen um nach Karlsbrunn. Mit dem neuen Domizil sind sie hochzufrieden.

36 Jahre hat Christian Barbian auf dem Bauhofgelände in der Großrosseler Ortsmitte gearbeitet. Er erinnert sich noch genau: Am 1. Februar 1978 trat er seinen Dienst an. Anfang 2014 hieß es dann Abschied nehmen, der in die Jahre gekommene Gebäudekomplex in der Bahnhofstraße musste Geschäfts-Neuansiedlungen weichen.

Doch die Wehmut des Bauhof-Leiters war schnell verflogen. "Wir fühlen uns hier pudelwohl", sagt Barbian während unseres Besuchs auf der ehemaligen Tagesanlage Warndt. Im neuen Domizil in Karlsbrunn hat sich sein Team schnell eingelebt.

Chefbüro im Container

Wesentlich mehr Platz, erläutert Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) beim Rundgang, stehe auf dem früheren Grubengelände zur Verfügung. In der umgebauten ehemaligen Buswerkstatt parken nun Bauhoffahrzeuge, auch das Chef-Büro ist hier untergebracht. Aus einem Container koordiniert Barbian die Arbeit.

Nebenan in Schreinerei und Schlosserei werden Reparaturen durchgeführt. Mitarbeiterräume gehören ebenso zum Bauhof wie die eingezäunte Außenanlage. Absperrmaterialien und Anhänger warten draußen auf ihren Einsatz. Das Salzsilo, das hier steht, fasst 25 Tonnen Streumaterial.

Im Sommer Start um 6 Uhr

Es wird aber nur im Notfall gebraucht. Beim Winterdienst arbeitet die Gemeinde mit der Stadt Völklingen zusammen. Die Nachbarkommune bestellt das Streusalz für Großrosseln mit und lagert es. Die Rosseler Schneeräumer müssen es auf dem Völklinger Bauhof in Geislautern abholen. Auch eine große Kehrmaschine der Hüttenstadt wird mitbenutzt. "Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend", versichert Verwaltungschef Dreistadt.

Jetzt im Sommer haben die Rosseler Bauhofmitarbeiter ebenfalls alle Hände voll zu tun, bereits um sechs Uhr am Morgen beginnt der Dienst. Blumenbeete werden gegossen, Hecken geschnitten, Friedhöfe , Wanderwege sowie Spiel- und Sportplätze in Schuss gehalten. Die Bauhof-Truppe sorgt auch dafür, dass Feste und Veranstaltungen reibungslos über die Bühne gehen: Sie mäht die Wiese, stellt Schilder und Absperrungen auf.

Trotz der vielfältigen Aufgaben muss Christian Barbian mit weniger Mitarbeitern auskommen. Vor allem im Helferbereich ist das Personal in den letzten Jahren massiv geschrumpft. Deshalb sind flexible Allrounder gefragt. Ein Beispiel: Auch Maler und Schlosser müssen im Winter die Räumfahrzeuge lenken.

Zwei bis drei Leute sind zurzeit abgestellt, um das Schulgebäude im Wilhelm-Heinrich-Weg für den Einzug der Grundschüler vorzubereiten. Auch in den Schulferien wird dort noch kräftig in die Hände gespuckt. Säle und Flure müssen gestrichen, Waschbecken tiefer gehängt werden.

Zum Thema:

Auf einen BlickDer Bauhof der Gemeinde Großrosseln auf dem Gelände der ehemaligen Tagesanlage Warndt in Karlsbrunn ist organisatorisch dem Fachbereich 3 "Bauen, Wohnen, Umwelt" der Gemeindeverwaltung zugeordnet. 14 fest angestellte Mitarbeiter und drei Ein-Euro-Jobber kümmern sich um den Unterhalt von öffentlichen Straßen, Plätzen und Gebäuden. Allein sechs Friedhöfe und ein Dutzend Spielplätze müssen instand gehalten werden. tan

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