Kein Rotstift bei Gottesdiensten

Völklingen/Großrosseln. Viel Unmut verspürt Superintendent Christian Weyer bei den evangelischen Christen in den Kirchengemeinden im Warndt, die bereits in diesem Jahr eine Fusion eingehen müssen

Völklingen/Großrosseln. Viel Unmut verspürt Superintendent Christian Weyer bei den evangelischen Christen in den Kirchengemeinden im Warndt, die bereits in diesem Jahr eine Fusion eingehen müssen. Dabei sei, so Pfarrerin Inge Wiehle, dieser Prozess fast identisch mit dem, wie er in den katholischen Pfarrgemeinden stattfinde, wo der neue Ludweiler Pfarrer Patrick Altmeyer in Zukunft in einer Seelsorgeeinheit von Lauterbach bis Geislautern und Großrosseln arbeiten wird.Dennoch herrscht bei den Verantwortlichen Aufbruchstimmung, "auch wenn wir noch eine Menge Gepäck aus vergangenen Tagen mit uns mitschleppen müssen", findet Harald Neudeck, Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Karlsbrunn. Trotz allem Wehklagen bleibt in den ehemals selbstständigen Gemeinden vieles erhalten: Zwei Jugendmitarbeiter werden auch in Zukunft sich um die Belange der Jugend kümmern, das Evangelische Jugendtheater wird bestehen bleiben und auch die Gemeindearbeit wird in den gewohnten Bahnen laufen. Kirchenchöre, Frauenhilfe, Jugendarbeit, die Kirchenmusik mit zwei Organisten für die Großgemeinde und sogar die Konfirmandenarbeit bleibt vor Ort und wird von Pfarrerin Wiehle weitergeführt. Sorge bereitet den Verantwortlichen die Zukunft der einen oder anderen Kirche, wo Überlegungen angestellt werden müssen, diese still zu legen oder gar zu verkaufen.

Für die Auferstehungskirche in Geislautern hat sich mittlerweile ein Förderverein gegründet, der das drohende Unheil verhindern will und auch die kleine evangelische Kirche in Naßweiler soll durch einen Freundeskreis am Leben erhalten werden. "Es fällt zunehmend schwerer, die vorgeschriebene Substanzerhaltungspauschale aufzubringen", findet die Vorsitzende des Ludweiler Presbyteriums, Uschi Malter, denn zu den Instandhaltungskosten kämen ja auch die Betriebskosten hinzu. Einen Trost hat Pfarrerin Inge Wiehle parat: "In jeder der ehemals selbstständigen Gemeinden wird in der Regel am Wochenende wie gewohnt ein Gottesdienst stattfinden."