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Karlsbrunn : Blumenfrauen bepflanzen ehrenamtlich öffentliche Beete

Ehrenamtlich den Ort verschönern : Sie sorgen dafür, dass ihr Dorf blüht

Mehrere Frauen im Großrosseler Ortsteil Karlsbrunn kümmern sich um den Blumenschmuck im Dorf – ehrenamtlich. Sie sind kein Verein, sondern eine lose Gruppe.

Zurzeit treffen sich die Blumenfrauen des Großrosseler Ortsteils Karlsbrunn jeden Montagvormittag, „Wir wollen dazu beitragen, dass man sich im Ort wohlfühlt“, sagt Sprecherin Hanne Tries zu Beginn des ehrenamtlichen Arbeitseinsatzes in der Dorfmitte. Die Truppe hat sich viel vorgenommen, bis Mittag sollen 380 Eisbegonien gepflanzt sein. Die Blumen hat die Gemeinde spendiert. Heidi Prem gräbt die verwelkten Stiefmütterchen aus, Judith Reppert fegt abgefallene Blüten des Ahornbaums zusammen. Währenddessen entfernt Heide Geibel schon mal die Töpfe vom Sommerflor. Heidi Ecker erzählt, dass sie sich den Blumenfrauen angeschlossen hat, als sie in Rente ging. Sie wollte etwas für das Dorf tun, in dem sie seit ihrer Geburt lebt.

Verstärkung – auch männliche – ist immer willkommen. Manchmal könnten die Damen ein paar starke Arme brauchen, etwa beim Bearbeiten des harten Bodens oder beim Schneiden der Rosen. Ein älterer Herr, der die Gruppe freundlich grüßt, verabschiedet sich dann aber lieber zum Walken. Wenig später stößt noch Wera Schambil hinzu. Auch für sie ist schnell eine Aufgabe gefunden. Jacke aus, Schaffhandschuhe an: Und los geht’s. Die sechs Damen – alle zwischen 50 und 79 Jahre alt – arbeiten sehr konzentriert. Edda Müller und Christel Wilke, die ebenfalls zum harten Kern gehören, sind verhindert. Kollegin Gertrud Herth ist ebenfalls nicht dabei: Sie kümmert sich ausschließlich um die Blumenkübel an der Kirche.

„Es gefällt den Leuten, wenn es hier gepflegt ist“, sagt Hanne Tries. Das große Beet wird so bepflanzt, dass fast immer etwas blüht. Gemswurz und Osterglocken läuten den Frühling ein, es folgen Rhododendren, Eisbegonien und Hortensien. Die Fette Henne sorgt im Herbst für Farbe. Vor Ort ist dann aber doch noch eine Frage zu klären: In welchem Bereich pflanzt man einfarbig, und wo soll es später bunt blühen? Schnell sind sich die Frauen einig. Natürlich bleibt während der Arbeit Zeit für einen kleinen Plausch. Und in der Pause gibt es Kaffee und eine süße Stärkung.

Die Blumenfrauen sind kein Verein, sondern ein relativ loser Zusammenschluss. Helga Leckczyck, die Nachbarin von Hanne Tries, hatte die Idee zur floralen Ortsverschönerung. 2005 begannen die beiden Frauen, Blumen zu pflanzen. Im ersten Jahr spendete jeder Ortsverein 20 Euro, vom Umweltministerium gab es Geld fürs Werkzeug.

Im Laufe der Zeit gesellten sich immer mehr Damen hinzu. Das Arbeitspensum ist ebenfalls gewachsen. 2018 pflanzte die Gruppe 680 Blumenzwiebeln im Ort. Mittlerweile werden die Kosten durch eigene Einnahmen gedeckt. Die Blumenfrauen haben nicht nur einen grünen Daumen, sie können auch gut backen. Wenn’s im Ort etwas zu feiern gibt – etwa beim Maibaumsetzen oder bei der Warndtprodukte-Ausstellung –, verkaufen sie selbst gebackene und gespendete Kuchen. Die Einnahmen fließen nicht nur in den Pflanzenschmuck. Auch die Weihnachtsbeleuchtung im Hof des Jagdschlosses haben die Damen bezahlt.