Jugendzentrum voll betriebsbereit

Die Ausdauer hat sich bezahlt gemacht. Die Zeit der Provisorien ist vorbei. Dank eines zusätzlichen Containers mit Toiletten kann das selbstverwaltete Jugendzentrum in Dorf im Warndt jetzt richtig loslegen.

Mehr als vier Jahre lang war es in der Mache, am Samstag feierte man endlich die Eröffnung des Jugendzentrums (Juz) in Dorf im Warndt . Bereits 2012 gab es durch die Initiative einiger Jugendlicher im Ort erste Bestrebungen. 2013 folgte die Gründung des Vereins "Juz Warndtdorf" unter dem Dachverband Juz United. Im gleichen Jahr wurde der gewünschte Container als Raum für die Jugendlichen aufgestellt.

Seitdem gab es jedoch nur zu einigen Gelegenheiten ein geöffnetes Juz. Der Knackpunkt waren die Toiletten, die man braucht. Ein Container bringt es auf etwa sechs Meter Länge und 2,50 Meter Breite. Obwohl das Juz derzeit aus zwei Großraumbehältern besteht - und diese auch beliebig erweiterbar sind - bleibt nicht viel Platz für die Sanitäranlagen. Dafür musste ein extra Container her, der nun ebenfalls steht.

Nun ist also alles bereit. Die Container wurden außen per Graffiti verschönert, das während eines Workshops entstanden ist, wie Daniel Schwarz mitteilt. Er ist Vorsitzender des Vereins Juz Warndtdorf. "Wir haben schon sehr früh den Kontakt zur Dorfgemeinschaft gesucht", erinnert er sich. So brachte man sich mit Ständen auf dem Weihnachtsmarkt ein oder half beim Parkfest.

"Wir mussten ganz viel tun, um unser Image wieder aufzupolieren", pflichtet ihm Vorstandsmitglied Dustin Becker bei. Dazu gehörte es auch, Blumenkübel neu zu bepflanzen oder zu streichen. Ein schlechtes Image, was vielen Jugendzentren anhaftet, entstehe leider schon im Vorfeld. Durch viel Öffentlichkeitsarbeit und regen Einsatz solle dem entgegengewirkt werden.

Dass die Jugendlichen viel selbst mit angepackt haben, bestätigte Ortsvorsteher Werner Hektor: "Ich bin stolz darauf, was unsere Jugendlichen geleistet haben." Am Fundament mit den Verbundsteinen hätten sie ebenso kräftig mitgearbeitet wie im Innenbereich des Containers. Neben einigen Einrichtungsgegenständen, die durch private Spenden von Gewerbetreibenden zusammengekommen sind, fertigten sie Dinge wie die Theke oder einen Tisch selbst an. Die Küche wurde von der Gemeinde bezahlt.

Nun, mit dem Container-Juz und der angebundenen sanitären Anlage, ist die Zeit der Improvisation vorbei. Ganz zu Anfang musste man noch den Strom per Freilandleitung von der Mehrzweckhalle gegenüber abzapfen. Problematisch war auch die Nutzung der Toiletten dort, da man sich immer nach den Nutzungszeiten von Vereinen richten musste.

Da in der Gemeinde derzeit nur noch in Großrosseln ein weiteres Juz vorhanden ist und die Jugendlichen, die sich seit 2012 eingesetzt haben, mittlerweile in den 20ern sind, möchte man "Nachwuchs" ziehen. Dieser könne aus den umliegenden Gemeindebezirken St. Nikolaus oder auch aus Großrosseln selbst kommen, deren Ortsvorsteher der Eröffnung ebenfalls beiwohnten. Auch Bürgermeister Jörg Dreistadt war da und erntete viel Lob für sein offenes Ohr und seinen Einsatz für die Jugendlichen.