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Jagdschloss Karlsbrunn
Jagdschloss soll ab August umgebaut werden

Das denkmalgeschützte Jagdschloss Karlsbrunn, hier ein Blick aus erhöhter Perspektive in den Innenhof.
Das denkmalgeschützte Jagdschloss Karlsbrunn, hier ein Blick aus erhöhter Perspektive in den Innenhof. FOTO: BeckerBredel / bub/wib
Großrosseln. Bis zum Sommer soll ein Pächter für die Gastronomie gefunden sein. Die Baumaßnahmen kosten um die 2,3 Millionen Euro. Von Thomas Annen

Die Sanierung und der Umbau des Jagdschlosses Karlsbrunn rücken näher. Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie ist der Zweckverband Regionalentwicklung Warndt. Einstimmig billigte die Verbandsversammlung am Mittwochnachmittag die Kostenberechnung. Sie schließt mit einem Gesamtvolumen von brutto 2,33 Millionen Euro.


In der Rosseltalhalle präsentierten Manuela Kuhn vom Architekturbüro Walle und Berater Sven Becker von der Firma WYRD Gastro die Pläne. Die gastronomische Nutzung im Haupthaus wird ausgeweitet. Im Nordflügel ist ein Raum für Kultur geplant. Der Südflügel soll als Veranstaltungsraum genutzt werden. Die Experten sprechen von einem „kulturell-gastronomischen Mischkonzept mit ganz klarem Event- und Veranstaltungs-Charakter“.

Aus Kostengründen wurde die Ursprungsplanung geändert. So wird die Cateringküche kleiner als vorgesehen. Der Umbau der Rampe vor dem Südflügel entfällt. Mehr Geld als geplant kostet die Sanierung der Südflügelfassade des Schlosses. Dort wurde eine Wandverformung von bis zu zehn Zentimetern Unterschied festgestellt.



Auch nach dem Umbau muss der Zweckverband ins Jagdschloss investieren. Instandhaltung und Betrieb des Gebäudes sowie die Pflege des Forstgartens kosten Geld. Im Gegenzug sollen dann auch Einnahmen erwirtschaftet werden. Deshalb will man Räume an einen Gastronomen vermieten.

Dem zukünftigen Pächter stehen eine Koch- und Spülküche, eine Cateringküche sowie ein Veranstaltungsraum mit bis zu 80 Sitzplätzen zur Verfügung.

Zurzeit macht der Verband mit dem Jagdschluss ein Minus. 2017 betrug der Verlust 23 300 Euro. „Ein geringeres Defizit ist schon ein Gewinn“, erläuterte Sven Becker mit Blick auf zukünftige Erträge. Er empfiehlt, einem möglichen Pächter entgegenzukommen. Erfahrungsgemäß dauert es, bis sich ein neues gastronomisches Angebot etabliert hat. „Feilschen Sie nicht um 1000 Euro“, rät der Experte.

Zurück zur aktuellen Baumaßnahme. Zweckverbands-Geschäftsführer Daniel Albert rechnet mit Zuschüssen von 1,6 Millionen Euro. Gefördert wird das Projekt vom Bund, vom Land sowie vom Landesdenkmalamt. Gut 717 000 Euro muss der Zweckverband Regionalentwicklung Warndt selbst aufbringen. Dieser Eigenanteil wird hauptsächlich durch die so genannten Rosselgelder gedeckt, eine Entschädigung aus der Zeit des französischen Bergbaus. Außerdem ist eine Kreditaufnahme in Höhe von rund 83 000 Euro vorgesehen. „Die Finanzierung ist aus unserer Sicht gegeben“, sagte Daniel Albert.

Im nächsten Schritt werden nun die Förderanträge gestellt und die Arbeiten ausgeschrieben. Bis zum Sommer will man einen Pächter für die gastronomischen Flächen gefunden haben. Im August sollen die Bauarbeiten beginnen. Läuft alles nach Plan, sind sie im Oktober 2019 abgeschlossen. Es sei wichtig, den Zeitplan einzuhalten, betonte Becker. Der Gastronomiepächter müsse wissen, wann er anfangen kann.

Neben dem Karlsbrunner Jagdschloss liegt dem Zweckverband auch die Grube Velsen am Herzen. „Für mich ist Velsen das Tor zum Warndt“, betonte Verbandsvorsteher Jörg Dreistadt. In den nächsten Wochen erwartet er ein Angebot der RAG Montan Immobilien. Der Eigentümer werde dann sagen, unter welchen Bedingungen er bereit seit, Immobilien wie etwa die Kaffeeküche an den Zweckverband zu übergeben.