Jagdschloss Karlsbrunn soll renoviert werden

Wanderungen und Kulturveranstaltungen : Ein altes Jagdschloss als Magnet im Warndt

Das Jagdschloss Karlsbrunn, erbaut im 18. Jahrhundert, lag lange im Dornröschenschlaf. Jetzt soll es von Grund auf renoviert werden.

Schon Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken gefiel es im Warndt. Er ließ am Rande des heutigen Großrosselner Ortsteils Karlsbrunn ein Jagdschloss für sich und sein Gefolge errichten. 1786 wurde das Gebäude fertig, doch der Fürst hatte nicht lange Freude daran. 1789 begann die Französische Revolution, die auch vor dem heutigen Saarland nicht Halt machte. Nach dem Fürsten nutzte der Forst das Gebäude, das dann in eine Art Dornröschenschlaf verfiel. Nun soll sich das Schloss zu einem Pfund entwickeln, mit dem die gesamte Warndt-Region wuchern kann. Bereits ab März rückt das denkmalgeschützte Gebäude wieder mit einem übers ganze Jahr reichenden Veranstaltungsprogramm ins Rampenlicht.

Das Programm startet Mitte März. Es umfasst Kulturveranstaltungen, Konzerte, Wanderungen und ein Hirtenspiel mit lebendiger Krippe im Innenhof des Schlosses zum Jahresabschluss. Das Gebäude mitsamt seinem Forstgarten wird auch in die Veranstaltungen zum Warndt-Weekend eingebunden. Diese Veranstaltungsreihe, bei der auch Kommunen aus dem benachbarten Frankreich mitmachen, beginnt Ende Mai. Besonders beliebt sind die Wanderungen, die rund ums Jagdschloss starten. Da gibt es zum Beispiel einen Frühlingsspaziergang unter dem Motto „Unterwegs mit dem Schäfer und seinen Lämmern“, eine Fledermauswanderung, einen Wildkräuter-Spaziergang, einen Mondscheinspaziergang und auch eine Wanderung mit Eseln durch den Warndtwald. Michael Lupp, Kulturreferent beim Regionalverband, führt Interessierte unter anderem in die Kunst des Schattenrisses ein. Und Anfang November herrscht auf dem Parkplatz beim Jagdschloss erneut Markttreiben. Unter dem Motto „Warndt-Produkte genießen“ versammeln sich hier Anbieter von Spezialitäten. Das genaue Programm ist bereits auf der Internetseite der Gemeinde Großrosseln nachzulesen.

Der Dornröschenschlaf des Schlosses scheint endgültig vorbei. Ein eigens gegründeter Zweckverband Regionalentwicklung Warndt unter Vorsitz von Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt hat das denkmalgeschützte Gebäude übernommen. In diesem Verband haben sich die Stadt Völklingen, die Gemeinde Großrosseln und der Regionalverband Saarbrücken zusammengeschlossen. Nun steht eine Grundsanierung samt Umbau des Gebäudes im Innern auf der Tagesordnung. Die Kostenberechnung läuft bisher auf 2,33 Millionen Euro hinaus. Dafür wird ein Zuschuss in Höhe von 1,25 Millionen Euro aus einem Programm des Bundes erwartet. Das Haupthaus will man für gastronomische Nutzung fit machen. Im Nordflügel ist ein Raum für Kultur geplant. Der Südflügel soll künftig als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Und wer sich traut, kann auch heute schon in einem eigens eingerichteten Trauzimmer heiraten. Dies schließt auch Paare aus der Nachbarstadt Völklingen ein. Die Standesamtsbezirke Großrosseln und Völklingen sind nämlich im Rahmen der interkommunalen Kooperation zusammengelegt worden.

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