Hallen-Räumung in Karlsbrunn: Vereine klagen über kurze Frist

Hallen-Räumung in Karlsbrunn: Vereine klagen über kurze Frist

„Karlsbrunn, Stiefkind der Gemeinde?“, fragt Albrecht Wagner, Vorsitzender des Vereins „Lebenswertes Karlsbrunn“, angesichts der Schließung der örtlichen Turnhalle. Er fordert „neue Initiativen“ für das Dorf.

Am Jahresende dicht: die Karlsbrunner Turnhalle. Foto: Jenal. Foto: Jenal

Scharfe Kritik übt Albrecht Wagner, erster Vorsitzender des Vereins "Bürgerinitiative Lebenswertes Karlsbrunn ", an der bevorstehenden Schließung der Karlsbrunner Rudolf-Voltz-Halle (wir haben berichtet). Eine "bittere Nachricht" sei das gewesen für die Karlsbrunner, schreibt Wagner in einer Pressemitteilung; "denn als Heimstätte für sieben Vereine und als zentraler Versammlungsort hat die Turnhalle eine wichtige Bedeutung im Leben der Dorfgemeinschaft".

Noch am Tag, an dem die Schließungs-Nachricht bekannt wurde, habe seine Initiative die Vereinsvertreter zu einer spontanen Besprechung eingeladen, berichtet Wagner. "Besonders bestürzt" seien die Hallen-Nutzer "über die Plötzlichkeit der Schließung ohne Vorabinformation". Ebenso durch die Aufforderung, bis zum 31. Dezember ihr Eigentum aus der Halle zu holen. Das sei nach Ansicht der Vereinsvertreter "in der Kürze der Zeit" nicht zu bewerkstelligen, "weil die Gemeinde keinerlei Räumlichkeit in Karlsbrunn vorhält". Ungeklärt sei nicht nur, wo die Vereine Gerätschaften, Mobiliar und Einrichtungsgegenstände unterbringen könnten. Offen sei auch, wo die Vereine "eine zukünftige Bleibe" finden könnten; für den Turnverein sei das von existenzieller Bedeutung.

Es sei bekannt gewesen, dass die Schließung der Turnhalle ins Auge gefasst war; "sie wurde in der Vergangenheit bereits scheibchenweise betrieben", schreibt Wagner. Dass Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) sie aber kurzfristig anordnete, habe die Karlsbrunner "schlichtweg überrumpelt". Wagner kritisiert, dass Dreistadt die Nachricht über die Presse bekanntgab - der Rathauschef hätte doch nach Ansicht der Vereine im "Vorabgespräch" die Betroffenen "über Schließung und Räumung informieren" und "zukünftige Versammlungs- und Übungsmöglichkeiten mit ihnen erörtern können". Dreistadts Vorgehen lasse "Bürgerfreundlichkeit" vermissen.

Wagner schließt mit einer Forderung an die Gemeinde: "Neue Initiativen" für Karlsbrunn seien nötig, "um das dörfliche Leben aufrecht zu erhalten."

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