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Trotz neuer Regelungen
Grünschnitt abliefern bleibt in Großrosseln gratis

Großrosseln. Der Entsorgungsverband Saar mischt sich jetzt bei der Grünschnitt-Verwertung ein. Die Großrosseler Bürger wird das vorerst nicht stören.

(tan) Gute Nachricht für die Bürger der Gemeinde Großrosseln: Sie können ihren Grünschnitt auch weiterhin kostenlos an der Grüngutannahmestelle hinterm Großrosseler Friedhof abliefern. Die Regelung gilt allerdings zunächst nur bis Ende 2019.


Einstimmig hat der Gemeinderat Großrosseln in seiner jüngsten Sitzung Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) ermächtigt, der Grüngutsatzung des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) zuzustimmen. Außerdem wurde eine Benutzungs- und Gebührensatzung für die Grüngutannahme der Gemeinde Großrosseln beschlossen.

Die Statuten sind nötig, weil die Grüngut-Verwertung im Saarland neu geregelt wird. Die Kommunen sind ab Januar 2018 nur noch für das Sammeln des Grünschnitts zuständig. Die Abfuhr sowie die Verwertung übernimmt der EVS. Diese Dienstleistung stellt er den Städten und Gemeinden dann in Rechnung. Bisher hatte die Großrosseler Verwaltung für die Entsorgung eine Privatfirma beauftragt.



Die Gemeinde schätzt, dass das Schreddern und die Abfuhr des grünen Abfalls zukünftig mit etwa 34 000 Euro im Jahr zu Buche schlägt. Die Grüngutmenge setzt sich aus zwei Positionen zusammen: Zwei Drittel kommen vom Bauhof. Es handelt sich um Material, dass er im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht schneidet. Ein Drittel sind privat angelieferte Grüngutabfälle.

„Somit kann man also von den 34 000 Euro rund 22 000 Euro für die Erfüllung der gemeindlichen Pflichtaufgaben abrechnen. Die verbleibenden 12 000 Euro wären nach dem Kostendeckungsprinzip auf die Bürger umzulegen und im Rahmen einer Gebührenerhebung für die Anlieferung von Grüngut auf der Kompostierungsanlage in Rechnung zu stellen“, schreibt die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage.

Würden Gebühren eingeführt, müsste allerdings investiert werden. Ein Kassensystem müsste installiert werden, vor Ort wäre mehr Personal nötig und auch die Verwaltung hätte mehr Arbeit wegen der Verbuchung der Bargeschäfte. Der Aufwand, so das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse, lohnt sich nicht. Deshalb bleibt die Anlieferung zumindest in den beiden kommenden Jahren kostenfrei.

In ihre Grüngutannahmestelle investiert die Gemeinde trotzdem. Die Sammelplätze müssen nämlich zukünftig bestimmten Standards entsprechen. In Großrosseln halten sich die Kosten für die Aufrüstung allerdings in Grenzen. Der befestigte Platz verfügt bereits über Wasser- und Stromanschluss. „Wir müssen eine Asphaltschicht über die Verbundsteine ziehen“, erläuterte Bürgermeister Dreistadt. Für diese Maßnahme hofft die Gemeinde auf einen Zuschuss des saarländischen Innenministeriums.

(TAN)