Grünes Licht fürs Schlosscafé

Karlsbrunn. Gäste des Karlsbrunner Schlosscafés empörten sich: Da gebe es endlich ein Lokal, in dem man beim Wochenend-Ausflug zum Forstgarten, zum Wildpark oder zum neuen Warndt-Premiumwanderweg einkehren könne - und schon drohe die Schließung. Einfach, weil womöglich die Genehmigung für den Betrieb nicht verlängert werde

Karlsbrunn. Gäste des Karlsbrunner Schlosscafés empörten sich: Da gebe es endlich ein Lokal, in dem man beim Wochenend-Ausflug zum Forstgarten, zum Wildpark oder zum neuen Warndt-Premiumwanderweg einkehren könne - und schon drohe die Schließung. Einfach, weil womöglich die Genehmigung für den Betrieb nicht verlängert werde.Inzwischen hat sich die Lage geändert, jetzt ist klar: Es geht weiter. Pächter Ralf Grzybeck kann auch nach dem 31. Dezember hausgemachte Kuchen servieren und selbst kreierte Marmeladen, regionale Obstbrände oder Wild aus dem Warndt verkaufen.

Die Sache hat freilich einen Haken. Bisher, berichtet Grzybeck, könne die Gemeinde Großrosseln ihm keine Dauer-Konzession - Kosten: etwa 500 Euro jährlich - erteilen, weil es Baumängel gebe. Und die vorläufige Genehmigung, mit der er arbeitet, sei viel teurer. Derzeit berappe er etwa 2400 Euro pro Jahr. Wenn er die Öffnungszeiten erweitere, was er gern täte - jetzt ist das Café nur freitags bis sonntags offen -, müsse er noch tiefer ins Portemonnaie greifen, denn die provisorische Erlaubnis sei nach der Zahl der Öffnungstage kalkuliert. Grzybeck hat also vitales Interesse daran, dass der Schloss-Eigentümer, der Saarforst-Landesbetrieb, die Baumängel beseitigt, die einer Konzession fürs Café im Wege stehen. Dabei, berichtet er, gebe es gerade Bewegung.

Ja, bestätigt Hubertus Lehnhausen (Foto: isi), bei Saarforst für die Immobilien zuständig, die Verbesserungen hätten begonnen. Statt der Holzheizung, aus Brandschutzgründen unzulässig, gebe es künftig einen Anschluss an die Zentralheizung. Im Giebel werde eine Brandschutzwand eingebaut, innen, so dass das Außenbild des denkmalgeschützten Baus unberührt bleibt. Auch die geforderte sichere Stellfläche für eine Notfall-Fluchtleiter werde hergestellt. Zudem werde ein Fehler korrigiert: Bei der Wasserleitung, beheizt gebaut, sei auf den letzten Metern der Heiz-Anschluss vergessen worden (für diesen Bereich war nach SZ-Informationen die CEB zuständig, die auch den Gartenumbau betreute). So fror jüngst die Leitung ein - Grzybeck schleppte Kanister, um Kaffee zu kochen. Die Arbeiten, sagt Lehnhausen, sollen rasch erledigt werden: "Die politische Ebene möchte die baulichen Voraussetzungen für eine Konzession noch in diesem Jahr erfüllt wissen."

Wenn die Bauarbeiter fertig sind, könne die Gemeinde eine Konzession erteilen, sagt Bürgermeister Peter Duchene Foto: bub). Dann müsse nur noch der Pächter die nötigen Papiere einreichen; "wir werden ihn anschreiben". Und: "Wir möchten das Café ja erhalten." Warum die provisorische Regelung teurer ist als eine Konzession? Es handele sich um eine "Gestattung", wie sie auch Vereine für den Ausschank beantragen; und dafür gebe es nun mal eine Gebührenordnung.

Wenn die Konzession da ist, kann Grzybeck im Sommer einen Plan verwirklichen, der ihm mehr Umsatz und seinen Gästen Vergnügen verspricht: Im "grünen Klassenzimmer" des Forstgartens will er einen Biergarten einrichten.

Hintergrund

Die Gastronomie im Turmzimmer des Karlsbrunner Jagdschlosses wurde mit Blick auf die Besucher des angrenzenden Forstgartens geplant. Und als Teil eines größeren Projekts: 2008/ 2009 sagte das Land zu, den Südflügel des Schlosses als Veranstaltungsort auszubauen. Das nötige Geld - rund 850 000 Euro - war bereits in den Haushalt eingestellt. Jetzt aber hat das Land das Projekt auf Eis gelegt. Aus dem Umweltministerium hieß es jüngst, man warte vor einer Entscheidung ein "Gesamtentwicklungskonzept" für den Warndt ab, das wohl Mitte 2011 vorliegen werde.

 Das Biergarten-Plakat kann Ralf Grzybeck, der Pächter des Schlosscafés, 2011 wohl öfter aushängen. Foto: Grzybeck
Das Biergarten-Plakat kann Ralf Grzybeck, der Pächter des Schlosscafés, 2011 wohl öfter aushängen. Foto: Grzybeck

Über Nachbar-Einsprüche gegen eine erweiterte Nutzung des Jagdschlosses wird dann ebenfalls zu entscheiden sein. Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als hänge von dieser Entscheidung auch der Weiterbetrieb des Schlosscafés ab. Die beiden Fragen sind nun aber offensichtlich entkoppelt worden. dd