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Bürgermeisterwahl
SPD-Kandidat will mehr Bürgernähe

 Die Gemeinde Großrosseln muss eigenständig bleiben, sagt Markus Ernst.
Die Gemeinde Großrosseln muss eigenständig bleiben, sagt Markus Ernst. FOTO: Michael Samsel
Großrosseln. Fraktionschef Markus Ernst tritt zur Direktwahl in Großrosseln an. Von Markus Saeftel

Seit acht Jahren ist er Fraktionschef im Gemeinderat und seit fünf Jahren Ortsvorsteher in St. Nikolaus: Im Kampf ums Bürgermeisteramt in Großrosseln setzt Sozialdemokrat Markus Ernst, 59, auf seine politische Erfahrung. Und er verweist gleichzeitig auf seine berufliche Erfahrung als Einkaufsleiter eines Maschinenbauunternehmens. „Ich habe Personalverantwortung, das sollte ein Bonus sein“, glaubt Ernst mit Blick auf seinen jungen Konkurrenten Dominik Jochum, 34, von der CDU.


Schon vor der heißen Phase des Wahlkampfs ist die Rosseltalbahn ein großes Thema. Ernst sagt: Die Bahn soll reaktiviert werden und wieder bis zum ehemaligen Haltepunkt Velsen fahren, dort könnte auch ein Park&Ride-Platz entstehen. Dagegen lehnt er die Idee der CDU ab, die Bahn bis zum Großrosseler Bahnhof fahren zu lassen. Der sei in Privatbesitz. Ernst ist vielmehr dafür, einen Teil des Bahndamms im Zentrum abzureißen und die Ortsmitte weiterzuentwickeln.

Wie sieht er die Zukunft Großrosselns? Ernst ist davon überzeugt, dass die Gemeinde eigenständig bleiben müsse. Von einer Fusion mit der Stadt Völklingen hält er nichts. Es gebe bereits eine Zusammenarbeit: Die Standesämter sind zusammengelegt, und die Völklinger Hipos kontrollieren auch in Rosseln den fließenden und ruhenden Verkehr. Die Zusammenarbeit könne ausgebaut werden. „Aber das muss auf Augenhöhe passieren“, sagt der SPD-Politiker. Ihm ist wichtig, die Verwaltung bürgerfreundlicher zu machen. Das heißt, sie soll in den Ortsteilen präsent sein und Bürgersprechstunden anbieten. Dort könnten die Rosseler zum Beispiel Pässe beantragen. Das Nahverkehrsangebot von den Ortsteilen ins Großrosseler Zentrum will Ernst verbessern. Das Unternehmen Baron arbeite an Konzepten. Er selbst sucht nach eigenen Angaben mit der Fraktion ebenfalls den Kontakt mit den Bürgern. Bis auf Emmersweiler und St. Nikolaus sei er in allen Ortsteilen gewesen: „Das war aber nie Wahlkampf. Ich will mir die Probleme der Bürger anhören.“ Das würde er auch als Bürgermeister tun. Das Thema Sicherheit liegt ihm ebenfalls am Herzen. Wenn er gewählt wird, möchte Ernst mit Gewerbetreibenden und interessierten Bürgern diskutieren, wie das Sicherheitsgefühl verbessert werden kann. Er will zudem kleine Baugebiete entwickeln, damit die jungen Großrosseler bleiben und junge Familien zuziehen. Am Ende des Gesprächs betont Ernst, ihm sei Fairness im Wahlkampf wichtig: „Danach müssen wir auch noch ein Bier trinken gehen können.“