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Großrosseln will altes Zollgebäude in Naßweiler abreißen

Großrosseln : Kleiner Bau kostet beim Abriss viel Geld

Schon länger ist den Großrosselern das alte Zollgebäude in Naßweiler ein Dorn im Auge – ein unschöner Leerstand.

Das ehemalige Zollgebäude im Großrosseler Gemeindebezirk Naßweiler soll abgerissen werden. Und die Freifläche, die dadurch in der Straße Am Kirchberg entsteht, soll begrünt werden. Am Donnerstag stimmte der Ortsrat Naßweiler dem geplanten Vorgehen der Verwaltung zu.

Zwischenzeitlich drohte das Projekt aus finanziellen Gründen zu scheitern. Laut Sitzungsvorlage kostet der Abbruch des gemeindeeigenen Gebäudes nämlich viel mehr als ursprünglich erwartet. Bei einer ersten Grobschätzung wurden etwa 50 000 Euro veranschlagt. Nach der Erstellung eines Schadstoffgutachtens geht die Verwaltung inzwischen von Kosten in Höhe von rund 219 300 Euro aus. Da in dem Gebäude viele umweltschädliche Materialien verbaut sind, müssen bei Abriss und Entsorgung zahlreiche Auflagen erfüllt werden.

Die Summe, erläuterte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD), wäre für die Gemeinde allein nicht zu stemmen. Mit der Hilfe von Zuschüssen soll die Maßnahme nun aber doch realisiert werden. Die Verwaltung rechnet mit Geld aus einem Sonderförderprogramm für die ländliche Entwicklung. Abriss und Platzgestaltung würden mit 90 Prozent gefördert, erklärte Dreistadt. Die Gemeinde müsste dann nur noch zehn Prozent der Kosten übernehmen. Bevor ein Antrag beim Land gestellt werden kann, muss der Gemeinderat grünes Licht geben. Die Kosten für die Gestaltung des Platzes, der nach dem Abriss entsteht, schätzt ein Planungsbüro auf rund 38 100 Euro.

Auch auf der anderen Straßenseite soll der Ortseingang sein Gesicht verändern. Gegenüber dem früheren Zollgebäude ist ein Netto-Einkaufsmarkt geplant. Das Bebauungsplanverfahren ist abgeschlossen, der Investor kann seinen Bauantrag stellen.