Grenzenlos charmant

Großrosseln/Kleinrosseln. Der Grenzfluss Rossel ist gewiss nicht schön. Aber interessant! Zur Eröffnung des Dorffestes (am vergangenen Samstag) konzentrieren sich die Tausende von Besuchern nicht auf das schmutzig graue Wasser unter ihnen, sondern ganz auf das Geschehen über der Brücke

Großrosseln/Kleinrosseln. Der Grenzfluss Rossel ist gewiss nicht schön. Aber interessant! Zur Eröffnung des Dorffestes (am vergangenen Samstag) konzentrieren sich die Tausende von Besuchern nicht auf das schmutzig graue Wasser unter ihnen, sondern ganz auf das Geschehen über der Brücke. Fassanstich ist! Dazu spielen der Musikverein Rheingold aus Großrosseln und die Batteries Fanfares aus Petite Rosselle die richtige Musik: Silverbird, Weekend, Golden Sun, Im Weißen Rössl und Karamba Karacho. Der Männergesangverein singt von Bauernhänden, die sich regen, und von Bergmännern, die das große Rad in Schwung halten. Majorettes aus Frankreich und Doll-Doll-Garden aus Deutschland bringen die Faasenacht in den Sommer. Die Schützen marschieren mit Federhut und Flinte mit, und die "Offiziellen" bringen beim Fassanstich das Bier problemlos in die Krüge.Präsentation dreisprachigDie Vereine! Ohne sie wäre das Dorffest undenkbar. Hüben wie drüben beteiligen sich weit über 30 Vereine. Das kulinarische Angebot, das sie sich ausgedacht haben, wird dreisprachig präsentiert: in Deutsch, Französisch und im Dialekt. Unterschiede gibt es: Hier bruzzeln saarländische "Roschdwirschd", da die scharfen "Merguez avec Sauce Harissa". Krumberkichle und Westschachtspieße konkurrieren mit Tartine Forestière, Champignons à la pouce oder Pieds de cochon. Rosarote Zuckerwatte "La barbe à Papa " sieht ebenso klebrig aus wie gebrannte Mandeln, Fruchtgummi oder "Berschmonnsguddsja", scheint aber gut zu schmecken. Für Kalorienzähler und Gesundheits-Apostel ist das Fest nichts. Alle übrigen kommen auf ihre Kosten. Männer mit Kochmützen wirken noch weit beschäftigter als in ihren normalen Berufen. Frauen, Jungen und Mädchen wirbeln allesamt für den guten, nämlich den Vereinszweck. Einer bläst das mächtige Sousafon. Tattoos werden auf Kinderarme gemalt, Plastikenten aus künstlichen Wasserläufen gefischt, und bei diversen Tombolas gewinnt "garantiert jedes Los", oder, wie der Franzose sagt: "A tous le coups en gagne". Das Bier, einmal angezapft, sprudelt wie ein ergiebiger Brunnen.Freundliche 18 GradDas öffentliche Thermometer am "Credit Mutuel" auf Kleinrosseler Seite zeigt freundliche 18 Grad. Der befürchtete Regen bleibt aus, und das Dorffest beschleunigt nach seinem rasanten Start im Hastenichtgesehen von Null auf Hundert. Am Sonntag wird das Fest mit einem zünftigen Frühschoppen fortgesetzt und dauert dann, bei wiederum angenehmen äußeren Bedingungen, bis in den späten Abend hinein. et