Gisela Rink ist jetzt solo

Völklingen. Der einzige, der am Sonntagabend im großen Sitzungssaal des Völklinger Rathauses fröhlich dreinschaut, ist der Linken-Stadtverordnete Paul Ganster. "Wir sind die stärkste der Partei'n", zitiert er ein Traditionslied der Arbeiterbewegung - tatsächlich haben mehr Völklinger für die Linke votiert als für CDU oder SPD

Völklingen. Der einzige, der am Sonntagabend im großen Sitzungssaal des Völklinger Rathauses fröhlich dreinschaut, ist der Linken-Stadtverordnete Paul Ganster. "Wir sind die stärkste der Partei'n", zitiert er ein Traditionslied der Arbeiterbewegung - tatsächlich haben mehr Völklinger für die Linke votiert als für CDU oder SPD. "Aber so richtig glauben kann ich es noch nicht", fügt er hinzu. Das Endergebnis der lokalen Landtagswahl-Auszählung erscheint auf der Leinwand, damit hat Ganster Sicherheit: Die Linkspartei liegt in Völklingen vor CDU und SPD. Sicherheit gibt es für Carmen Lallemand-Sauder aus Lauterbach, bisher für die SPD im Landtag, noch nicht; die "bischde drin?"-Frage ihrer Parteifreunde ist offen. Die Hochrechnungen sind gerade bei 14 SPD-Landtagssitzen, "das wird knapp". Später sind es nur 13 Sitze für die SPD, Lallemand-Sauder hat kein Mandat mehr. "Ich werde mein altes Leben wieder aufnehmen", sagt sie: Sie werde wieder als Übersetzerin arbeiten. Und sich mehr ehrenamtlich engagieren. "Und ich werde noch eine neue Sprache lernen - das habe ich mir schon so lange vorgenommen!"Auch für den Völklinger Manfred Baldauf hat es nicht für einen Wiedereinzug in den Landtag gereicht, obwohl sich die FDP von bisher drei auf fünf Mandate steigerte. Ausschlaggebend war das Wahlsystem: Nachdem die drei Wahlkreislisten für die Liberalen zogen, ging Baldauf, obwohl auf Platz drei der Landesliste, leer aus. "Ich bin schon sehr enttäuscht, denn ich hätte gerne im Landtag weitergearbeitet", sagt Baldauf am Wahlabend. Er werde sich dennoch weiterhin voll im Regionalverband und im Stadtrat engagieren. Das Ergebnis ist für den Juristen und Wirtschaftsprüfer Baldauf persönlich kein Beinbruch. Er hat nämlich auch nach seinem Einzug in den Landtag 2004 seine Rechtsanwaltspraxis in Püttlingen weiterbetrieben.Die Fürstenhausener Christdemokratin Gisela Rink, seit 1994 im Landtag, hat es hingegen erneut geschafft. Keine Überraschung, sagt sie dazu trocken: "Überraschend ist eher das hohe Ergebnis der Linkspartei." Und die "völlig neue Situation": Sie habe es noch nie erlebt, "dass man am Wahlabend überhaupt nicht weiß, wie es weitergeht."